Nacktwandern in Trebbin

Im Sommer letzten Jahres habe ich an die Stadt Trebbin den Antrag gestellt, den dritten Nacktwanderweg Deutschlands(1. bei Wippra, Südharz, 2. bei Undeloh,
Lüneburger Heide)und damit den ersten in Brandenburg zu eröffnen.
Natürlich bedeutet das einen immensen Arbeitsaufwand für die Stadt.
Deshalb kam die Lösung, wir machen am 06.07.2013 um 17:00 Uhr eine Probe-Nacktwanderung im Wildgehege Glauer Tal (Stadt Trebbin), um zu sehen, ob in der Region ein Interesse am Nacktwandern besteht.
Das Gelände ist eingezäunt und gehört dem Naturpark Nuthe-Nieplitz.
Dieser gab als Eigentümer seine Zustimmung.

Diese Probe-Nacktwanderung ist nun Geschichte, aber war es auch ein Erfolg für die Nacktwanderbewegung in Brandenburg?

Im Vorfeld der Wanderung war nur eins wichtig, stimmt das Wetter.
Wir sollten Glück haben, strahlend blauer Himmel mit 25° Höchsttemperatur.
Am Morgen des 06.07. hatte ich 49 Anmeldungen.
Doch wieviel der angemeldeten Wanderer würden wirklich kommen? 15 Minuten vor Beginn hatte ich eine Handvoll Teilnehmer am Treffpunkt.
Das war nach der doch arbeitsintensiven Vorbereitung recht schlimm für mich.
Einer der Anwesenden holte dann seinen Rucksack aus dem Auto und fand auf dem Parkplatz weitere Teilnehmer, die er mitbrachte.
Der Treffpunkt füllte sich. Wir warteten bis 17:10 Uhr, um dann die wenigen Meter zum Eingang des Wildgeheges zu gehen.
Eine Redakteurin der Märkischen Allgemeinen Zeitung erklärte sich bereit, am Eingangstor die Wanderer zu zählen, so als unabhängige Person, denn von
der Stadtverwaltung Trebbin war niemand anwesend.

In der letzten Kurve vor dem Eingang in das Wildgehege staunten wir nicht schlecht.
Drei Vertreter der Stadtverwaltung erwarteten uns.
Am Tor war ein Band gespannt.
Ich fand das eine tolle Überraschung.

Den drei Offiziellen ging es aber auch nicht viel besser, immer mehr Teilnehmer kamen um die Kurve.
Als alle anwesend waren, gab es eine kurze Rede und dann wurde anlässlich der ersten offiziellen Nacktwanderung im Naturpark Nuthe-Nieplitz das Band von der
zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin durchgeschnitten.
Ich öffnete das Tor und während des Eintretens wurde für die Statistik gezählt.
Ich konnte es kaum glauben, 85 (in Worten: fünfundachtzig) Wanderer waren gekommen.

Nicht nur Brandenburger und Berliner hatten den Weg gefunden, die Autokennzeichen zeigten es, auch Teilnehmer aus Sachsen,
Bayern und Hessen waren angereist. Was mich aber auch freute, der Anteil junger Wanderer war weitaus höher als der meiner Generation.
Vielleicht hat der Naturismus doch noch eine Zukunft.

Nach wenigen Metern erreichten wir den Kommandoturm dieses ehemaligen Truppenübungsplatzes der sowjetischen Streitkräfte.
Ich konnte die Teilnehmer beruhigen, es war lediglich ein Platz, der für die Panzerfahrschule genutzt wurde, es wurde nie scharf geschossen.
Trotzdem wurden die Wege genau auf metallische Gegenstände untersucht, es bestand keine Gefahr.
Im Kommandoturm konnten sich alle ihrer Bekleidung entledigen und diese auch dort lagern.
Den Schlüssel für das Gebäude hatte ich.
Da zwei große Räume vorhanden sind, machte ich den Vorschlag, für Damen und Herren getrennte Umkleiden einzurichten, was zu allgemeinem Gelächter führte.

Dann ging es los, ich schlug eine Route von fünf Kilometern vor.
Die Bewohner des Wildgeheges (Rot- und Dammwild, sowie Mufflons) zeigten sich in nur geringer Entfernung, was sollten sie auch von Nackten für Gefahren erwarten.
Mein Wissen über das Wildgehege und seiner Bewohner in diesem abgeschlossenen Gelände konnte ich nicht vermitteln, bei einer Schlange von 85 Menschen hinter mir
war das nicht möglich.

Nach einer guten Stunde waren wir wieder am Kommandoturm.
Es gab die Möglichkeit, an dieser Stelle abzubrechen und allein abzufahren oder aber eine zweite Runde von etwa zwei Kilometern zu bewandern.
Das Angebot wurde gern angenommen. Gegen 20:00 Uhr verließen wir dann das Wildgehege.

Die Reaktionen der Teilnehmer waren durchweg positiv.
Das freute mich besonders deshalb, weil ich eine solche Wanderung das erste Mal organisiert habe.

Am 27.08.2013 hat sich nun der Ausschuss für Kultur, Sport und Städtepartnerschaft der Stadt  Trebbin mit der Frage der Errichtung des Nacktwanderweges beschäftigt.
Es wurde sogar schon eine Route über 12 km vorgeschlagen.
Ich denke, das ist ein guter Anfang, um für die Region des Naturparks Nuthe-Nieplitz einen neuen touristischen Höhepunkt zu schaffen.
Ulfert D. Hanschur
Fotos Quelle: privat

http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Weg-frei-fuer-Nackedeis

Layout Type

Presets Color

Background Image