Die Türen durchlässiger machen

 

Angelika Wesner

„Die Türen durchlässiger machen“

In Duisburg trifft Kultur auf Naturisten-Föderation

Von Christoph Müller

Mit innovativen Ideen müssen Naturisten für die eigene Sache werben. Dies denkt sich auch Hans-Peter Gobien, der Mitglied im Lichtbund Niederrhein in Duisburg ist. „Kultur meets Naturisten“ steht über einer Veranstaltung, die am Samstag, 25. Juni 2016, auf dem Vereinsgelände des naturistischen Breitensportvereins im Duisburger Süden stattfinden wird. Denn um 20:00 Uhr wird an diesem Abend die Journalistin und Schriftstellerin Angelika Wesner ihre Krimi-Komödie vorführen.

 

„Ich bin davon überzeugt, dass die Türen und Tore zwischen uns Naturisten und den Nicht-Naturisten durchlässiger werden sollten“, meint Gobien. Es gehe ihm darum, aufeinander neugierig zu sein und nicht skeptisch zu bleiben, was denn hinter dem Zaun der Vereinsgelände der Vereine stattfinde. Mit Angelika Wesner ist dem LBN Duisburg ein besonderer Coup gelungen. Denn mit dem Kriminalroman „Textilfrei ins Jenseits“ hat sie den Alltag von Naturisten etwas mehr in den Fokus gerückt.

Im Mittelpunkt ihrer beiden Camping-Krimis stehen der Kriminalbeamte Rainer Sommer und dessen Kollegin Jennifer Reitmann, die gemeinsam während eines undercover-Einsatzes der SOKO Camping einen Mordfall auf einem Campingplatz aufklären sollen. Getarnt als frisch verheiratetes Ehepaar mischen sich die zwei unter das campende Volk, um möglichst unauffällig den möglichen Tätern auf die Spur kommen. Das ist mitunter nicht ganz einfach, weil der brummige Rainer und die lebenslustige Jenny mit ihren menschlichen Schwächen und Marotten durchaus auch mal selbst ihre eigene Tarnung gefährden.

Angelika Wesner ist mit ihrem Mann Andy selber mit dem Wohnmobil unterwegs. So scheint der genaue Blick auf das, was auf Campingplätzen geschieht, sicher der Stoff, aus dem die abwechslungsreichen und lebendigen Geschichten von Wesner sind. In ihrem Bühnenprogramm "Kriminelle CampingKomödie" präsentiert die Autorin eine heitere Mixtur aus Krimilesung, Bildprojektionen und Szenen aus dem Campingleben. „So wird es auch in Duisburg geschehen“, verspricht Hans-Peter Gobien.

Gobien will Naturisten und ihre Breitensportvereine ermutigen, auf neuen Pfaden zu laufen. Es hilft nicht, über Mitgliederschwund zu klagen. Es müssten Wege gesucht werden, welche attraktiven Angebote neben Naturismus und Sport gemacht würden. Er spricht sich dafür aus, die ein oder andere Musik-Band oder den ein oder anderen bildenden Künstler für die eigene Sache zu gewinnen. Veranstaltungen in den Gemeinden, in denen die naturistischen Breitensportvereine daheim sind, seien genauso möglich wie die Einladung auf die eigenen Vereinsgelände. „Wir müssen Gemeinsamkeiten schaffen statt Berührungsängste aufrechterhalten“, so Gobien.

Die Präsidentin der Internationalen Naturisten-Föderation (INF), Sieglinde Ivo, ist ganz angetan von der Idee, die der LBN Duisburg Ende Juni in die Tat umsetzen wird. Es müsse Nachahmer finden quer durch den deutschsprachigen Raum. Schon in den eigenen Reihen der Naturistinnen und Naturisten gebe es soviel Kreativität und Ideenreichtum, der in einem Netzwerk zwischen Vereinen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden könnte. Die Aktion „Kultur trifft Naturisten“ signalisiere, dass man bereit sei, aus dem Trott des Alltags heraus zu treten.

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