Denkansatz

Denkansatz    

Viel wird seit Jahrzehnten über das Nacktsein geschrieben.  Die übliche Abgrenzung gegenüber Pornografie wird zusehends schwieriger, weil hier "das Großkapital" mit enormer (krimineller) Energie dahintersteht, das Sport-Argument läuft Gefahr unterzugehen, wenn wir die Altersstrukturen mancher Vereine klar ansehen.
Was bleibt also?
Denken. Fühlen. Handeln.  
Nackt sein kann Banales bedeuten: sich umkleiden, sich reinigen, sich auf eine Liebesnacht oder Sex vorbereiten, was imnmer...

 

Als NaturistInnen haben wir ein Statement: Wir leben den Mut, Nacktheit selbst im "normalerweise bekleideten" Umfeld ohne Scham auszuhalten, vor allem: ohne dabei unverschämt zu werden.  Wir achten "Natur" und leben mit bzw. in ihr. Anders geht es nicht. Als NaturistInnen leben wir nackt, weil wir uns nicht bloß wohlfühlen oder durch das fühlbare "Berührtsein" von Luft und Licht in unserer Lebenslust, aber auch körperlich, evtl. sexuell stimuliert sind: Nein: Wer nicht nur gelegentlich nackt lebt, geht mit den Gefahren von Hitze, Kälte, UV-Licht, mit an- und übergriffigen Machtmenschen anders um als durch das übliche Sich- Bedecken, Sich-Ducken, Sich-zur-Wehr-Setzen, auch nicht durch "Aggression mit Aggression beantworten". Zuletzt bemühen wir uns darum, das, was uns lebendig macht, nicht zerstörerisch auszubeuten.

Nackt zu leben verstehen wir als ein  Statement der "Stärke in der Schwäche", als eine Form von "immer wieder Neu-Geborenwerden".

 Nackt eintauchen kann ich in Luft, Licht, Wasser, Beziehung, Familie, Arbeit. Ja: auch in den Alltag. Wenn ich das anderen nicht aufdränge, mich aber dabei weder "verberge" noch mich infantil-sexualisiert oder aufdringlich "zeige", werfde ich nackt auch von Bekleideten respektiert. Birgit und ich machen das seit Jahren so und haben in der Nachbarschaft nie schräge Kommentare oder gar erboste Reaktionen erfahren. Wer zu uns kommt, wird - je nach Temperatur - nackt oder im Bademantel oder Wickeltuch begrüßt, vom Balkon aus winken wir einander zu - bei jeder Temperatur. Auch bei Schnee sind wir zum Erstaunen vieler in diesen Minuten nackt..  Zugegeben: "Bekleideten Menschen" ist  sich zu entkleiden im Sommer gut verständlich: Bei 39° im Schatten gibt es kein Argument gegen das Nacktsein. Für besonders zurückhaltende oder verschämte Leute oder (selten) AmtsträgerInnen liegen auch bei uns Wickelkleid und chinesischer Seidenüberwurf bereit. Wir haben es aber immer zuerst mit einem Denkprozess zu tun, danach kann man etwas erfühlen und entsprechend handeln.  Deswegen haben wir wir für Leute, deren Normalität bedeutet, in Straßenbkleidung oder gar mit Schuhen am Sofa zu liegen, diesen Text erfunden:

Wenn Ihr mit  FKK oder Naturismus (tiefer Naturverbundenheit) noch nicht zu tun hattet, haben wir für Euch die folgende Überlegung:

Naturismus bzw. FKK ist eine nur geringfügig "andere" Normalität unter vielen möglichen, mit und in der wir gerne leben.  Eine  Analogie als Denkansatz: Ihr bucht einen Sprachkurs, z.B. Spanisch. Folgende Fragen stellen sich:   1. Was ist Eure  Motivation für den Sprachkurs: "...weil - und nur dann, wenn! - die Dozentin "schön", "humorvoll" und auch "sexy" ist?  2. Werdet Ihr in der ersten Stunde feststellen, dass Ihr nur dann wiederkommt, wenn Ihr Deutsch sprechen dürft, sonst platzt der Kurs?  3. Werdet Ihr von anderen, die Spanisch lernen, später Toleranz verlangen, wenn Ihr im Kurs nicht Spanisch, sondern Deutsch sprecht?

Klar ist in dem Fall: Wer  nicht Spanisch lernen mag, geht in  keinen Spanisch-Kurs. -  Oder etwa doch? Was will er/sie dann da?  Also - genau das Gleiche gilt für Naturismus / FKK. Ein Analogon, sozusagen. -  In der leider üblichen "Verneinung" klingt das so:  Wer  nicht nackt sein will, muss  nicht  auf ein FKK-Gebiet kommen. Muss nicht  verlangen, dass man sie/ihn just  bekleidet "toleriert".  Wer  nicht nackt sein will, gesellt sich zu den Bekleideten - umgekehrt werden NaturistInnen zwischen Bekleideten  nicht nackt sein.

Bitte nehmt diese Idee mit, wenn Ihr mit NaturistInnen zusammensein oder auch bloß einen Nachmittag lang "frei" sein wollt. Liebe FreundInnen, wenn ihr ungezwungen die Kleider weglassen wollt, kommt einfach vorbei. Lernt ein weiteres Stück Normalität kennen:  Natur im ganz normalen Alltag. Seltener bei der Arbeit. Immer in der Freizeit.  Mit etwas Glück sind wir daheim.  Ganz einfach "frei von Kleidung". Ja: Körper und Seele wollen und dürfen frei sein.  
Kontakt:     smoothies[at]medpsych.at

 Liebe Grüße,  Birgit und Volkmar, Wien

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