1954 Erste GV der INF-FNI in Wien

1. Generalversammlung der INF-FNI 1954 in Wien

Bericht vom 4. Naturisten - Weltkongress

(1. Jährliche Generalversammlung vom 27. und 28. August  1954 in Wien. (Österreich)
(Zum internen Gebrauch der an die INF angeschlossenen Organisationen vorbehalten; ein kurzer Bericht des Generalsekretärs der INF wurde den Interessenten bereits Mitte September 1954 zugestellt)

Gemäß einem gemeinsamen Beschluss vom 3. Naturisten – Weltkongress am 22/23 August 1953 in Montalivet in der Nähe von Bordeaux (Frankreich) hat die Interessengemeinschaft (Abkürzung I.G.) des österreichischen Freikörpersports den 4. Naturisten – Weltkongress in Wien in der letzten Woche des Monats August ausgerichtet. (Gleichzeitig die 1. Generalversammlung der INF/FNI). Die österreichischen Ausrichter haben diese Aufgabe mit Weitsicht bewältigt und der Kongress in Wien reiht sich ohne Zweifel in die Besten der modernen, freien Kultur ein. Die Tagesordnung wurde rechtzeitig veröffentlicht und man konnte hier schon die Schwierigkeiten und Opfer einsehen, welche unsere österreichischen Freunde mit diesem großen Unternehmen hatten, um den Vertretern und anderen Kongressteilnehmern ihre exemplarische Gastfreundschaft zu bekunden und einen reibungslosen Ablauf der Gespräche und Ausrichtungen beim Kongress zu gewährleisten.

 

Freitag, 24. August 1954 um 08.30 Uhr  wurden die Kongressteilnehmer im roten Saal des Rathauses in Wien empfangen und offiziell Herrn Mandl, Gemeindratsmitglied, durch Herrn Ludwig Hruschka, Mitglied des INF Vorstandes, vorgestellt. Herr Mandl begrüßte die Kongressteilnehmer im Namen des Bürgermeisters von Wien, Franz Jonas, und gab ihnen einen interessanten und geistreichen Überblick über den Wiederaufbau von Wien seit 1945 durch die unermüdlichen Anstrengungen der Behörden und des österreichischen Volkes zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit des Landes und um die historischen Aufgaben der Stadt Wien als menschliche Kulturhauptstadt für den Osten Europas zu sichern. Der Gemeinderat Mandl beendete seine Rede, indem er allen Kongressteilnehmern viel Erfolg und einen guten Aufenthalt in Wien wünschte. Als Andenken erhielt jeder einen Bilderband von Wien mit einem schriftlichen Vorwort des Bürgermeisters von Wien.

Die Kongressteilnehmer besuchten dann die prachtvollen Versammlungsräume des Wiener Rathauses und in Beisein von kompetenten Fremdenführern wurden sie mit 3 von der Wiener Stadtverwaltung zur freien Verfügung gestellten Bussen durch die ganze Stadt gefahren. Man erblickte die hauptsächlichen Sehenswürdigkeiten: Abgeordnetenplenum, das kaiserliche Schloss, die St. Etienne Kathedrale, die Staatsoper, der neue Westbahnhof, das Schloss Schönbrunn. Diejenigen, die Wien vor etlichen Jahren besucht hatten, staunten über den fast vollständigen Neuaufbau bedingt durch die vielfältigen Kriegsschäden, die trotz ständiger ausländischer Besatzung entstanden waren. Die Besichtigung per Bus dauerte mehrere Stunden und wurde nur wegen der herrlichen Aussicht über die ganze Stadt auf dem Berg Kahlenberg unterbrochen. Auf dem Berg wurde den Delegierten seitens der österreichischen Naturisten eine hervorragende Mahlzeit angeboten und man konnte wählen zwischen einer vegetarischen, alkoholfreien oder landesspezifischen Mahlzeit.

Dort wurde auf jegliche Rede verzichtet. Nach der Mahlzeit lud Dr. Richard Ehrmann, Präsident der Internationalen Naturisten Föderation (INF) die INF Vorstandsmitglieder sowie danach die drei Kongressteilnehmer aus den Vereinigten Staaten von Amerika ein, um die schwierige Frage der offiziellen Vertretung der Vereinigten Staaten von Amerika beim Kongress zu klären. Bei dieser ersten Konferenzvorbereitung luden die stimmberechtigten Vorstandsmitglieder: Präsident Dr. R. Ehrmann, die Vize-Präsidenten Wächtler, Lecocq und Frankhauser, der Kassenwart  L. Hruschka und der Generalsekretär Paul Neumann, mit der Zustimmung der Beisitzenden Frau Ise Dissen, einstimmig den amerikanischen Kongressbeobachter  „American  Sunbathing Association“ ein, die offizielle Vertretung für den gesamten amerikanischen Naturismus zu übernehmen, ungeachtet seiner internen Organisation. (Lokal, regional oder national) Die zwei anderen amerikanischen Teilnehmer, Ilsley Boone und Gordon B. Dukes widersprachen dieser Nominierung nicht. Herr Brown nahm diese offizielle Nominierung an. Sein Kongressbericht wird allen Interessenten in der  amerikanischen FKK Kultur zur Verfügung gestellt werden. Diese Vereinbarung wurde schriftlich festgehalten und unterschrieben von den 7 INF Vorstandsmitgliedern und den 3 anwesenden amerikanischen Kongressteilnehmern. Sein Inhalt, im originalen Wortlaut, ist folgender:
“Agreement: After the noon-meal at „Kahlenberg“, President Dr. Ehrmann met with his council, then called all of the people from USA for a conference. These were Carl R. Brown, Ilsley Boone and Gordon B. Dukes. Dr. Ehrmann proposed that Carl. R. Brown be the voting delegate for American nudism at the 4th annual meeting of the INF being held at Vienna (Austria) on August 27th, 28th and 29th, 1954, and that Carl R. Brown is not to represent any club, regional and national organisations, but American nudism as a whole. This proposal was agreed to by all of the Americans and then confirmed by the vote of the Executive Board of the INF/FNI. Mr. Brown’s report will be available to nudist journals, the public press and to any interested individual. An original copy will be given to the Secretary of INF/FNI.”

Das Dokument dieser Vereinbarung wird vom Sekretär der INF aufbewahrt werden.

Nach dieser Vorbereitungskonferenz auf dem Kahlenberg, welche vorab eine der Schwierigkeiten beseitigen konnte, die nicht nur die Gespräche während  des Kongresses in Montalivet in Frage gestellt  hätten, sondern die ganze Aktivität der INF seit ihrem Bestehen, brachten die Busse die Kongressteilnehmer zum Leopoldsberg mit seiner schönen Aussicht auf die Donau, nach Cobenzl, nach Grinzing und hinter dem Donaukanal  zum berühmten Prater, wo man die große Reichsbrücke (heute Brücke der Roten Armee genannt) überquerte und schlussendlich nach Lobau, berühmte und große Freikultur Region zwischen dem Donaukanal und den alten Flussläufen mit ihren stehenden Gewässern im Süd-Osten von Wien. Die Mehrheit der Wiener FKK Vereine haben FKK Gelände in Lobau. Vereine mit größerer Mitgliederzahl sind: „Verein für freie Körperkultur“ und Liga für fortgeschrittene Lebensgestaltung“. Abseits der großen FKK Gelände gibt es noch Felder und Plätze, die für Alle zugänglich sind, d.h: für alle Freunde und Praktikanten des Naturismus. Und es kommt manchmal vor, dass die Anzahl beider Geschlechter und jeden Alters, welche schöne Sonntage bei Lobau verbringen, die Zahl von 20'000 übersteigt. Weltweit gibt es kaum einen Ort wie Lobau, wo FKK nicht nur toleriert wird, sondern sogar durch die Behörden unterstützt wird und wo es zu einer fast alltäglichen Gewohnheit für einen großen Teil der Bevölkerung einer Großstadt wird. In einer großen Lichtung, ein wenig abseits des Sportgeschehens, wurden für den Kongress Tische uns Stühle in Hufeisenform zusammengestellt und mit Fahnen der vertretenen oder erwarteten Länder zum Kongress geschmückt. Trotz der schweren Überschwemmungen des vorigen Monats an der Lobau sowie im gesamten Bereich der Donau war das Gelände zu benutzen. Es gab feinkörnigen Sand, der diejenigen favorisierte, die barfuss liefen. Allerdings, und das besonders bei großer Hitze, machten sich die „Gelsen“ (Stechmücken) sehr aggressiv bemerkbar.

Es war also am Freitag, den 27 August 1954 gegen 16:15 Uhr, als der Präsident der INF, Herr Dr Richard Ehrmann, den Kongress an der Lobau bei Wien eröffnete. Er bekundete seine Genugtuung darüber, das die Anzahl der Sonnenfreunde stets zunimmt und er begrüßt die Sonne, die sich nach einer längeren Regenzeit wieder zeigte und somit die Arbeiten während des Kongresses im Freien ermöglichte. Bei Regen hätte der Kongress sich mit den prachtvollen Sälen des Palastes „Auersperg“ in Wien begnügen müssen. Da es keinen Einspruch bei der Tagesordnung gab, kam man zum
Punkt 1 der Tagesordnung: Überprüfung der Ermächtigungen, Annahme und Vorstellung der Delegierten sowie den Ehrengästen.
Sind präsent und ermächtigt als offizieller, nationaler Vertreter mit Stimmrecht:
- CANADA: Anton Schnitzinger, Wien, ( Canadian Sunbathing Association)
- BUNDESREPUBLIK:  Erhard Wächtler, Hamburg, (Deutscher Bund für Freikörperkultur)
- FRANKREICH: Albert Lecocq, Paris, (Fédération Française de Naturisme)
- GROSSBRITANNIEN : Theo Fritschi, Manchester, (British Sun Bathing Association)
- ITALIEN: Conte Calderari, Bozen, (Associazione Italiana di Gymnosifia)
- NIEDERLANDE : Fr. Ise Dissen-Lang, Den Haag, (Stichting « Zon en Leven « )
- ÖSTERREICH: Dr. Richard Ehrmann, Wien (Interessengemeinschaft des österreichischen Freikörpersports)
- PORTUGAL:  Fr. Ise Dissen-Lang, Den Haag (Sociedade Portuguesa de Naturologia)
- SCHWEIZ: Eduard Fankhauser, Thielle bei Neuchâtel, (Organisation Naturiste Suisse ONS)
- USA: Carl R. Brown, (American Sunbathing Association)
Diese offiziellen, nationalen Delegierten vertreten die ganze naturistische Bewegung ihres Landes, die in Klammern erwähnte Vereine bezeichnen nur ihre Herkunft.

Dr. Ehrmann liest dann die ihm zugestellten Glückwünsche für einen guten Ablauf des Wiener Kongresses seitens der INF angeschlossenen, aber nicht vertretenen Länder vor. Es sind: Belgien, Brasilien, Kolumbien und Hongkong.

Dann begrüßt er die folgenden Gäste beim Kongress:
Dänemark: Herr und Frau Sören Sörensen (von Nordic Solsport), Herr Erik Holm, Redakteur und Herausgeber von „Sun and Health“.
Bundesrepublik Deutschland: Dr. Rud. Finke, Wuppertal (Generalsekretär der Europäischen Union für das öffentliche Gesundheitswesen);  Karlwilli Damm, Kassel (Präsident der Vereinigung der Lehrkräfte und Erzieher der Freikörperkultur); Herrn Wilke, Berlin (Mitglied des Neusonnland Bundes, eines der ältesten FKK Vereine der Welt)
Niederlande: J.J. Feenstra, Präsident von „Zon en Leven“
Österreich: Alle Präsidenten der Österreichischen FKK Vereine, alle ohne Ausnahme.
USA: Ilsley Boone (Redakteur und Herausgeber von „ Sunshine & Healh“ und „Sun Magazine“; Gordon Bennet Dukes (2. Beobachter der „ American Sunbathing Association).
Großbritannien: Leslie Gleave  (Beobachter der „Federation of British Sun Clubs), welche eben gegründet wurde.

Außerdem stellt Dr. Ehrmann die Mitarbeiter des INF Büros vor: Herr Ludwig Hruschka, Kassenwart der INF, Präsident des Büros der Interessengemeinschaft des österreichischen Freikörpersports (I.G.) und Direktor des Vereins „Sonnefreunde“ in Wien; Herr Paul Neumann, Generalsekretär der INF.

Die folgenden Mitglieder des INF Vorstandes, welche nicht nach Wien kommen konnten, haben dem Kongress ihre Glückwünsche zugestellt:
Frau Dorothy Thornton, Vizepräsidentin (Großbritannien); Dr. F. Emerson, Beisitzender (USA): Herr Alois Knapp, Beisitzender (USA).

Dr. Ehrmann bedauert sehr, dass keiner der eingeladenen Ehrengäste nach Wien kommen konnte, sie wünschen ein gutes Gelingen. Unter ihnen hat Herr Richard Ungewitter aus Stuttgart, Gründer und 1. Pionier der FKK Bewegung, eben seinen 85. Geburtstag am 18.12.1953 gefeiert. Die Spenden zu seinen Gunsten in mehreren Ländern ergab folgende Resultate: Großbritannien: 13 Pfund Sterling, Frankreich: etwa 23000 Franken, Deutschland: 300 DM, Österreich: 2000 Schilling, Schweiz (nur Zürich): 65 Schweizer Franken. Herr K. de Mongeot, Gründer der französischen FKK Bewegung, entschuldigt sich wegen dem Sterbefall seiner Frau. Dr. Werner Zimmermann aus Riggenberg (Schweiz) kann nicht am Kongress teilnehmen, weil er den Besuch der Eltern aus den USA erwartet. Außerdem muss er Herr Fankhauser, Schweizer Nationalvertreter, wegen seiner Abwesenheit im großen Zentrum von Thielle ersetzen. Herr Hans Surén aus Berlin schreibt ein philosophisches Werk über „Le sens de notre vie“ (Der Sinn unseres Lebens)  und plant eine Neuauflage seines berühmtes Buchs „L’Homme et le Soleil“ (der Mensch und die Sonne). Herr Ad. Koch kann momentan sein Institut für FKK Sport in Berlin nicht verlassen und Frau Thérèse Mülhause,  seinerzeit  Sekretärin für FKK Kultur in der Europäischen Union, hat keine Zeit dem Kongress beizuwohnen wegen dringender Schreibarbeiten. Dr. Fränzel, ebenfalls ein alter Pionier der deutschen FKK Bewegung, lädt die Kongressteilnehmer ein, sein Pensionat naturistischer Erziehung in Glüsingen (Lüneburg) zu besuchen. Herr Magnus Weidemann aus Keitum-Sylt entschuldigt sich wegen einer Krankheit an seinen Ohren und schlussendlich Herr Paul Zimmermann aus Klingberg bei Lübeck, der nicht nach Wien kommen kann wegen eines großen Zustroms von Besuchern auf seinem FKK Ferienzentrum.

Punkt 2 der Tagesordnung: Wahl eines Sekretärs für die Sitzung sowie 2 Stimmenzähler:
Präsident Dr. Ehrmann schlägt dem Kongress vor, Herrn René E. Kielinger (Sekretär der Schweizer ONS Naturistenvereinigung für den Kontakt mit ausländischen Vereinigungen) als Sekretär für die Sitzung zu wählen und als Stimmzähler die beiden Mitglieder des INF Büros, die Herren Paul Neumann und L. Hruschka. Da es keinen Widerspruch gibt, sind sie stillschweigend gewählt. Die französischen Übersetzungen werden von Frau Krüger  und die Englischen von Herrn Tassilo Seidel, beide aus Wien, getätigt.

Punkt 3 der Tagesordnung: Lesung und Zustimmung des Berichts der Gründungsversammlung  der INF in Montalivet: Die nationalen Delegierten verzichten auf die Lesung des Berichts, erstellt von Frau Dorothy Thornton (BSBA, Großbritannien). Der Bericht wird angenommen unter Berücksichtigung der schriftlich eingebrachten Änderungen durch die Vizepräsidenten der INF.

Punkt 4 der Tagesordnung: Offizielle Berichte des Vorstands und Entlastung:
Der Präsident Dr. R. Ehrmann liest seinen Bericht für den Zeitraum zwischen dem Kongress in Montalivet 1953 und dem Wiener Kongress 1954 vor. Das Büro der INF startete seine Arbeit aufgrund der Richtlinien des Kongresses von Montalivet und der INF Statuten, welche provisorisch für die Dauer eines Jahres angenommen wurden. Diese Dokumente wurden erstellt, übersetzt, kopiert und nach London oder Zürich versandt. Der Generalsekretär der INF, Herr Paul Neumann, hat sich während fast 2000 Stunden mit der riesigen Korrespondenz der INF befasst. Er hat mehrere Rundschreiben an die nationalen, angeschlossenen Föderationen versandt. Die amerikanische Meinungsverschiedenheit über die Vertretung der USA innerhalb der INF hat viel Zeit in Anspruch genommen. Ohne die aktive und unermüdliche Unterstützung seitens der großen österreichischen Vereine hätte dieser Kongress in Wien in einen solch großen Maßstab nicht stattfinden können. Herr Dr. Ehrmann dankt speziell Herrn Josef Fischer, Präsident des Vereins für freie Körperkultur und Herrn Anton Schnitzinger, Präsident der Liga für fortgeschrittene Lebensgestaltung, für ihre uneigennützige Mitarbeit bei der Ausrichtung des Kongresses, Empfang und Unterbringung der Delegierten, der ihnen angebotenen Mahlzeiten und für alle Ausrichtungen beim Kongress. Kurz vor den Kongress, also in letzter Minute, wurde eine Jubiläumsausgabe veröffentlicht: (50 Jahre FKK) Gratisexemplare wurden an die Kongressteilnehmer vergeben. Diese Ausgabe enthält Artikel in den 3 Sprachen über die Entwicklung und aktuelle Lage des FKK in Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, USA und Schweiz. Man bezieht sich da auf  die Aktivitäten der alten Europäischen FKK Union von 1932 bis 1933 und auf die Weltkongresse der Naturisten seit 1945 (London, Thielle, Montalivet und Wien), die zur Gründung der INF und deren Fortbestand beigetragen haben. Nach dem Bericht des Präsidenten für das Jahr 1953-1954, außer den 9 Gründungsländer der INF (Deutschland, Schweiz, Italien, Österreich, Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Kanada und die USA), haben sich noch folgende Länder der INF angeschlossen: Belgien, Portugal, Brasilien, Kolumbien und Hongkong. Das Sekretariat der INF hat eine internationale FKK Broschüre in 6 Sprachen herausgegeben, (in Paris gedruckt) um den Besuch zwischen den Vereinen auf internationaler Basis zu vereinfachen.

Nachdem der Bericht des Präsidenten, der mit Applaus begrüßt wurde, hat Herr L. Hruschka, Kassenwart der INF, seinen Kassenbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgestellt.  Die statutarisch vorgesehenen Beiträge gingen ein mit Ausnahme von Großbritannien und den USA, welche aber zugesichert wurden. Da die Mitglieder des Büros der  INF auf freiwilliger Basis gearbeitet haben, belaufen sich die Ein- und Ausgaben der INF für den Zeitraum vom 23/08/1953 bis zum 26/08/1954 auf:

INF/FNI Kassenbericht vom 26 August 1954  Einnahmen Ausgaben
Guthaben, erhalten von Frau Thornton beim
Kongress in Montalivet     DM. 152.25
Erhaltene Beiträge und Spenden    DM. 593.28
Bürokosten, Porto, Druckkosten      DM. 288.-
Guthaben bei der Stuttgarter Bank      DM. 457.53
        ----------------------------------
        DM. 745.53 DM. 745.53
        ====================
Erhaltene Beiträge in österreichischen Schilling   S. 1528.70
Spende (USA-H. Ilsley Boone) für Überschwemmungs-
Schäden an der Donau     S. 2584.00
Verkauf internationale Lizenzen    S.   696.00
Übertrag D.M. 180.- vom DM Konto   S.   870.80
Klischees         S.   117.00
Bürokosten         S.   473.90
Porto, Postfach        S  1474.55
Übertrag der USA Spende (Donau-Überschwemmung)
an die österreichische Föderation „I.G.“     S. 2584.00
Druckkosten und internationale INF Lizenzen    S.   274.00
Barbestand in Wien        S.   756.05
        ---------------------------------
        S. 5679.50 S. 5679.50
Die verfügbaren Guthaben in der Kasse und auf der Bank in Stuttgart belaufen sich also auf DM. 457.53 respektiv Sch. 756.05. Persönliche Ausgaben wurden nicht berücksichtigt.
Bei der Diskussion zu diesem Kassenbericht äußerte Herr M. Lecocq (Frankreich) den Wunsch, dass in Zukunft eine genaue Aufstellung über alle Ein- und Ausgaben zu erstellen sei.
Da in den Statuten von Montalivet keine Prüfung durch Kassenrevisoren vorgesehen war, schlägt Fankhauser (Schweiz) dem Kongress vor, die Berichte des Präsidenten und des Kassenwartes anzunehmen, dem Büro der INF Entlastung zu gewähren und ihnen für ihre Arbeit zu danken. Dieser Vorschlag wird von der Versammlung einstimmig angenommen.
Seinerseits dankt der Präsident dem Kongress für die gewährte Entlastung und dankt allen Mitarbeitern aus den verschiedenen Ländern.
Angesichts der fortgeschrittenen Stunde – es ist fast 19 Uhr – schließt Dr. Ehrmann die Debatten und gibt das Wort an Dr. Med. Rud. Finke, Spezialist für innere Therapie aus Wuppertal (Deutschland), der, als Generalsekretär der Europäischen Union für das öffentliche Gesundheitswesen gerne bereit ist, sich zu bekümmern um:
Punkt 5 der Tagesordnung: Konferenz über das moderne, naturistisches Leben.
Herr Dr. Finke unterstreicht die Verantwortung des Einzelnen gegenüber seinem eingenen Leben sowie die Notwendigkeit, in Harmonie mit den Gesetzen der Natur zu leben. Er warnt die Zuhörer vor dem Gebrauch einer gewissen Überernährung durch chemische Produkte; es gibt gewisse „Wohltaten“ der Wissenschaft und der Wirtschaft, welche die Gesundheit und die produktive Energie zerstören und sogar eine gewisse Entartung hervorrufen können. Vorsicht ist besser als Heilen. Der Weg zur Gesundheit und Lebensfreude ist vorgegeben durch eine tägliche gesunde und lebendige  Ernährung, also ein Leben im Einklang mit der Natur. (Vorzüglich auf einem Familienbesitz auf dem Lande). Stets mit Kontakt zum Licht, der Luft, dem Wasser, der Sonne und der Erde; man muss den Körper auf eine effiziente Art und Weise pflegen und versuchen, in einer harmonischen Umgebung zu leben.
Diesem Beitrag wurde herzlichen Applaus zugestanden. Danach hat Herr Ed. Fankhauser (Schweiz) den österreichischen Ausrichtern in Namen aller Kongressteilnehmer und Delegierten für die hervorragende Ausrichtung des Kongresses gedankt. Insbesondere bedankte er sich bei der Gemeindeverwaltung von Wien für den öffentlichen Empfang sowie für die sehr aufschlussreiche Busfahrt, die sehr viel Sympathie für ihre Stadt hervorgerufen hat. Diese offizielle Unterstützung wird sehr vorteilhafte Konsequenzen für die gesamte FKK Bewegung haben.

Mit kleinen Lunch-Paketen ausgestattet begeben sich die Delegierten und andere Kongressteilnehmer zu den 3 städtischen Bussen, die sie in die Stadt zurückbringen. Sie sind eingeladen, an einer großen Sportveranstaltung der  Wiener FKK Vereine  teilzunehmen, welche in den 2 großen Schwimmbädern von Dianabad am Donaukanal stattfindet. Man tritt durch ein durch Bomben von 1945  zerstörtes Haus ein und befindet sich plötzlich in den Schwimmbädern, die zu den Größten weltweit gehören. Die 2 Schwimmbäder sind durch einen Durchgang miteinander verbunden. Das Erste ist ein künstliches Wellenbad und das Zweite ist den Schwimm- und Turmspringwettbewerben vorenthalten, da es nach olympischen Richtlinien erbaut wurde. Zusätzlich zu den beiden Schwimmbädern stellt die Dianabad Verwaltung auf deren Dach Solariums für die Wiener Bevölkerung, eine große Turnhalle, ein künstliches Solarium, Elektro- und Wassertherapie sowie normale Badewannen, türkische und russische Bäder zur Verfügung. Für die Mehrzahl der ausländischen Kongressteilnehmer war die Tatsache, dass sie sich plötzlich zwischen 1000 nackten Personen beider Geschlechter, gebräunt von der Sonne, in einem gesunden, sportlichen Zustand und gut trainiert gegenüber fanden, eine Offenbarung und ein unvergessliches Erlebnis. Dies ist der breitgefächerte Beweis, dass FKK verbunden mit Sport und Fitness großartige Resultate ergibt. Sogar der Schwimmmeister hatte noch nie eine solche begeisterte Anzahl in den beiden Schwimmbädern gesehen.  Viele Schwimmerinnen und Schwimmer nahmen zu Ehren der Kongressteilnehmer ausgerichteten Wettbewerbs teil. Aus Dankbarkeit erwähnen wir hier die besten Resultate:
66,6 Meter Brust (Jugend) :  1. Peter Meingast (LffL) :1.03’.9’’. 2. Herbert Kaltner (VffKK): 1.04’.9’’. 3. Herbert Voitl (LffL): 1.06’1’’.
66,6 Meter Brust (Mädchen): 1. Schediwy (VffKK): 1.06’3’’. 2. Kruda (VffKK): 1.09’8’’. 3. Walla Ute (VffKK): 1.12’.0’’
100 Meter Kraul mit Flossen (Jugend, 1. Teil): 1. Peter Berthold (Sonnenfreunde) 1.11’.2’’. 2. Heinz Grafl (LffL): 1.15’.3’’. 3. Heinz Rak (VffKK): 1.24’.2’’.
(2. Teil): 1.<Peter Marschalek (Sonnenfreunde) 1.08’.3’’. 2. Werner Unger (Sonnenfreunde) : 1. 09’.2’’. 3. Grafen (VffKK): 1.20’.3’’.
100 Meter Brust (Damen): 1. Rosa Bickl (LffL): 1.49’.0’’. 2. Eva Troll (LffL): 1.50’.0’’. 3. Schüler (VffKK): 1.58’.1’’.
Vier Mal 66,6 Meter Kraul-Staffel, Männer
1. Mannschaft: Liga für Fortschrittliche Lebensgestaltung – LffL ->Schwimmer: Schauersberger, Müller, Paris, Ossburg: 5.39’.2’’.
2. Mannschaft: Verein für freie Körperkultur – VffKK: Schwimmer: Silberberger, Haunschmied, Derscali, Klement: 5.39’.5’’.
3. Mannschaft: Sonnenfreunde. Schwimmer: Hausmann, Kitzinger, Nechansky, Eisenwagen: 5.41’.0’’.

Samstag, 28 August 1954. Die Kongressdelegierten fahren mit dem Auto, der Trambahn, Bus oder Fähre nach Lobau zurück. (Strecke: Schwarzenbergplatz, Simmering-Kaiser, Ebersdorf und über die Donau).

Einige Minuten vor 10 Uhr eröffnet der INF Präsident, Herr Dr. Richard Ehrmann die Sitzung des 2. Kongresstages, beginnend mit:
Punkt 6 der Tagesordnung: Debatte über die erhaltenen Anträge.
Herr Dr. Richard Ehrmann teilt dem Kongress mit, dass er fristgerecht mehrere schriftliche Vorschläge erhalten hat, welche dem Kongress zu unterbreiten sind. Einige grundsätzliche Vorschläge vom amerikanischen Herausgeber Ilsley Boone sowie ein Antrag der Schweizer Naturistenunion ONS in Bezug auf statutarische Änderungen. Der Kongress ist damit einverstanden, dass die Vorschläge „Boone“ zuerst behandelt werden. Da es sicht um Fragen allgemeinen Interesses handelt, widerspricht keiner der Besprechung.
Vorschlag „Boone“ N° 1: Jedes in der INF-FNI vertretene Land muss eine Stimme erhalten. Zusätzlich müsste jedes Land noch eine Stimme für jeweils 1000 (oder 5000) Mitglieder erhalten. Boone (USA) schätz,t dass es kleineren Ländern innerhalb der Länder mit großer FKK Mitgliederzahl zusteht, ihre Meinung bei internationalen Kongressen zum Ausdruck zu bringen.
Herr Dr. Ehrmann will keine Änderung der Statuten und schlägt vor, die Debatte zu beenden. Die Delegierten mit Stimmrecht sind mit seinem Standpunkt einverstanden.
Vorschlag „Boone“ N° 2: Das jährliche Treffen, bekannt als Internationaler Kongress, muss jedes Jahr in einem anderen Land abgehalten werden. Dieses Land muss Mitglied der INF-FNI sein und muss ebenfalls die Voraussetzungen erfüllen, eine große Anzahl von Leuten unterbringen zu können. Herr Neumann, INF Sekretär, erklärt dass dies immer während den letzten 4 Weltkongressen so gehandhabt wurde. Er schlägt aber vor, diese Vorgehensweise  in den Statuten zu verankern, da diese nur die Wahl eines Landes vorgeben, wo die Anreise für die Mehrzahl der nationalen Delegierten einfach zu bewältigen ist. Herr Lecocq (Frankreich) meint dass die Vorgaben in den Statuten absolut ausreichend berücksichtigt sind, weil beim Kongress immer der Ort für den nächsten Kongress festgelegt wird. Mit der Mehrzahl der Stimmen beschließt der Kongress, sich nicht mit diesem Vorschlag zu befassen.
Vorschlag „Boone“ N° 3: „Der Kongress muss für alle Vertreter und Besucher aller FKK Vereine ohne Beschränkung der Anzahl zugänglich sein. Diese Teilnehmer müssen als „Vertreter“ ihrer Herkunftsländer anerkannt sein. Herr Dr. Ehrmann stuft diesen Vorschlag als überflüssig ein, da es schon in den Statuten enthalten ist. Boone zieht daraufhin seinen Vorschlag zurück.
Vorschlag „Boone“ N° 4:
a) In den Ländern, wo nur ein nationaler Verein besteht müssen diese das Recht haben, einen Delegierten mit Stimmrecht zu ernennen. Diese Delegierten haben das alleinige Recht der Stimmabgabe über Angelegenheiten, die beim Kongress besprochen werden.
b) Bei Ländern mit mehr als einen nationalen Verein ist es notwendig einen Vorstand zu gründen, wo jeder Verein dieses Landes gebeten wird, einen oder mehrere Delegierte für einen nationalen Vorstand zum INF Kongress zu benennen. Der nationale Vorstand muss einen stimmberechtigten Delegierten nominieren, der sein Land vertritt. Diese Vertretung ist nur ungültig falls es nicht möglich ist, eine Vereinbarung zu treffen und unter der Voraussetzung,  dass alle zur Teilnahme in einem solchen Vorstand unter denselben Bedingungen eingeladen wurden. (Das ist die wortgetreue Übersetzung des Textes die dem INF Büro zugestellt wurde und wir wollen sie nicht verbessern). Kommentar von Herrn Neumann, INF Sekretär: Die Erfordernis der Einstimmigkeit innerhalb des nationalen Vorstandes kann dazu führen, dass ein Verein, der aus verschiedenen Gründen nicht mitarbeiten will, die Nominierung eines einzigen  Delegierten durch den nationalen Vorstand sabotieren kann“. Boone zieht daraufhin seinen Vorschlag zurück und beruft sich auf den Schweizer Vorschlag, der später besprochen wird und mit dem er im Voraus schon einverstanden ist.
Vorschlag „Boone“ N° 7: „Bis dass die INF eine offizielle Zeitschrift herausgeben kann, sollte sie eine oder mehrere Herausgeber von FKK Zeitschriften benennen, welche offizielle Mitteilungen veröffentlichen können“. Boone bietet der INF 8 Seiten in jeder Zeitschrift „Sun Magazine“ an, damit sie dort absolut kostenfrei ihre Mitteilungen veröffentlichen können. Der Präsident, Herr Dr. Ehrmann dankt Boone für sein Angebot und Herr Neumann, INF Sekretär, meint, dass es wünschenswert sei, wenn andere Zeitschriften diesem Beispiel folgen würden. Allerdings ist die allgemeine Meinung der nationalen Delegierten, dass es den nationalen, der INF angeschlossenen Föderationen, freigestellt ist, solche Mitteilungen zu veröffentlichen.

Die Vorschläge Boone N° 5 und 6 werden zusammen besprochen. Nach Erhalt der Übersetzungen ist deren Inhalt wie folgt:
N° 5: Der Präsident muss vor jedem Kongress einen Vorstand zwecks Überprüfung der Wahlstimmen benennen. Der muss sich vergewissern, ob jeder Delegierte das Wahlrecht besitzt, im Einklang mit den Vorgaben der nationalen Organisation, die er vertritt. Im Zweifelsfall muss dieser Vorstand festlegen, welcher der Vertreter (zwei oder mehr) das Stimmrecht hat.
N° 6, : a) Der im Zweifelsfall eingesetzte Vorstand zur Überprüfung der Stimmrechte darf nicht in interne Probleme einer nationalen Organisation verwickelt sein. Dieser Vorstand hat nur festzulegen, ob die Wahl des Delegierten den demokratischen Prinzipien entspricht. Man konnte das schon in einer Beschlussfassung eines oben erwähnten Vorstandes feststellen. b): In jedem Land ist nur ein nationaler Vorstand von der INF anerkannt. Her Dr. Ehrmann betrachtet diese Vorschläge als überflüssig, weil schon der INF Vorstand das Amt eines Vorstandes für Zulassungen innehat, der dazu befähigt ist, Beschlüsse über die Zulassung oder Ablehnung von Mitgliedervereinen oder nationale Delegierte zu treffen. Wächtler (Deutschland) teilt diesen Standpunkt nicht ganz und Lecocq (Frankreich) will dem Zentralvorstand diese Kompetenz nur im Fall der Einstimmigkeit zugestehen. Bei Meinungsverschiedenheiten im Zentralvorstand müsste das dem nächsten Kongress vorgelegt werden, der schlussendlich das letzte Wort hat. Schnitzinger (Kanada) will die aktuelle Regelung in den Statuten beibehalten, wonach jedes Land seine Vertretung in Eigenregie handhaben muss. Falls dies nicht möglich sei, wäre es logisch, dass es automatisch jede Möglichkeit einer Vertretung bei einem INF Kongress verliert. Frau Ise Dissen erinnert an die Tatsache, dass Österreich 3 Stimmen im Zentralvorstand hat (vertreten durch Präsident, Sekretär und Kassenwart), aber nur wie alle anderen Länder nur eine Wahlstimme beim Kongress hat. Lecocq (Frankreich) bemängelt die Tatsache, dass die INF seit 2 Jahren gezwungen wird, sich mit den internen Problemen der FKK Bewegung in den USA zu befassen und somit verhindert wurde, seinen wirklichen Aufgaben nachzukommen. Er schlägt die Aufstellung einer Rechtskommission von 2 – 3 Personen vor, welche die Aufgabe hätte, Konflikte zu begutachten, sich über deren Gründe zu informieren. Das Resultat dieser Untersuchungen wäre  dann dem nächsten Kongress zwecks Besprechung vorzulegen.
Bevor ein endgültiger Beschluss zu dieser Frage über das wichtige internationale Wahlrecht ansteht, wird Herr Kielinger, internationaler Sekretär der Schweizer Naturisten Organisation ONS gebeten, seinen Vorschlag zur Abänderung des Artikels III der INF Statuten vorzustellen. Herr Kielinger sagt, dass er schon einen neuen Vorschlag zur Abänderung der INF Statuten in Deutscher und Französischer Sprache vorbereitet hat und ihn einigen Interessenten unterbreitet habe. Seiner Meinung nach sei es aber verfrüht, schon beim Wiener Kongress darüber zu sprechen. Er schlägt vor, dass die zuständigen Leute der verschiedenen Länder das Dokument vor dem nächsten Kongress zur Kenntnis nehmen sollten, es per Korrespondenz besprechen sollen indem sie ihre Meinung dazu einbringen und eventuell Gegenvorschläge unterbreiten können. Auf diese Weise hätte der nächste Kongress eine bessere Übersicht über die neuen Vorgaben und wäre besser in der Lage, mit einer 2/3. Mehrheit die neuen Statuten anzunehmen. Die neue Vorgabe enthält alle wichtigen Elemente der aktuellen Statuten, welche vor einem Jahr in Montalivet provisorisch für ein Jahr angenommen wurden.  Kielinger schlägt vor, die Gültigkeit diese Statuten von Montalivet um ein zweites Jahr zu verlängern mit Ausnahme des Artikels über die Mitgliedschaft, der von Boone in seinem Vorschlag N° 6 angesprochen wird. Herr Kielinger schlägt im Namen der ONS, mit der Zustimmung des Schweizer nationalen Delegierten (H. Fankhauser) vor, den Artikel III der Statuten von Montalivet ab sofort wie folgt abzuändern:
„Art. III: Mitglieder:
1) Die Mitgliedschaft in der INF setzt eine schriftliche Anerkennung dieser Statuten vor. Die Anträge zur Mitgliedschaft sind dem Generalsekretär der INF zuzustellen. Dieser wird sie dem nächsten Kongress vorlegen. (Mit Kommentar: Zustimmung oder Ablehnung).
2) In der INF werden folgende Arten der Mitgliedschaft angenommen:
Kategorie A): Alle nationalen Föderationen, welche die FKK Bewegung in ihrem jeweiligen Land vertreten. In der Regel wird nur eine Organisation pro Land angenommen. In den Statuten bedeutet ein „Land“: Land mit Staatshoheit. Falls 2 oder mehrere Organisationen an den Aktivitäten der INF teilnehmen möchten, müssen sie einen Nationalvorstand gründen, welcher einen einzigen nationalen Vertreter bestimmt und ihm die Richtlinien vorgibt, um sein Land allein bei internationalen Ausrichtungen zu vertreten. Falls ein solcher nationaler Vorstand nicht besteht und nationale Organisationen sich separat vertreten möchten, würde das Stimmrecht aufgeteilt (noch vom Kongress zu bestimmen) werden. Zu diesem Zweck könnte die Anzahl der FKK Gelände in Betracht gezogen werden, welche jeder Delegierte vertritt.
Kategorie B): Alle naturistische Gesellschaften……..
Kategorie C): Alle Korrespondenten…………..

Falls die Änderung des Artikels III (Aufteilung des Stimmrechts) nicht angenommen würde, sähe Kielinger keine Schwierigkeiten darin, den Text in eine Kurzfassung abzuändern, der die komplizierte Berechnung der Wahlstimmenaufteilung überflüssig machen könnte, nämlich:
„Falls man in einem Land keine Einigung zur Ernennung eines nationalen Delegierten käme, kann der Kongress zwischen den präsenten Delegierten eines Landes wählen, wer die Vertretung des respektiven Landes und somit das Stimmrecht übernehmen möchte. Er muss dann den Beweis erbringen, dass er die größte Anzahl von Geländen in seinem Land vertritt. Der vom Kongress gewählte nationale Delegierte muss sich vergewissern, dass alle von ihm vertretene Organisationen ihren Beitrag für das laufende Geschäftsjahr entrichtet haben“.
Herr Ilsley Boone und Herr Dr. Ehrmann bemerken hierzu, dass nicht alle Föderationen eigene Gelände besitzen. Herr Kielinger (Schweiz) erklärt, dass es sich hier selbstverständlich um die Anzahl der Gruppen mit Gelände handelt, woraus die Föderationen mit Uneinigkeit bestehen. Es wird einfacher sein, die Anzahl der FKK-Gelände nachzuweisen als z.B. einen nationalen Stimmenanteil aufgrund der Mitgliederzahl auf dem Papier zuzuweisen, was der Fall bei Abonnenten einer FKK Zeitschrift ist.
Schnitzinger (Kanada) sagt erneut dass die INF nur eine einzige Föderation pro Land anerkennen sollte, der das unteilbare Stimmrecht dann zustehen wird.
Wächtler (Deutschland) sagt dass der Kongress nicht zuständig ist um jedes Mal über Streitigkeiten innerhalb einer Föderation zu befinden, wo sich die Leute nicht verstehen. Er schlägt der INF vor, alle Föderationen eines Landes aufzunehmen, falls sie den Antrag hierzu stellen, dass aber dem Land dann nur eine einzige Stimme zusteht. Falls also 4 nationale Organisationen bei einem Kongress vertreten sind, hätte nur jeder Delegierte ¼ der Landsstimme. Je mehr das Land gespalten ist, desto mehr wird das Stimmrecht für das nationale Wahlrecht aufgeteilt. Es wird die Aufgabe des Kongresses sein, über die Aufnahme verschiedener Organisationen eines Landes zu beraten, denn die INF soll sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines Landes einmischen und auch keine Beschlüsse fassen, welche nationale Föderation denn nun als „einzig wahre“ Föderation dieses Landes aufzunehmen ist. Wächtler, der den Deutschen Bund für Freikörperkultur e.V. (DFK) vertritt, d.h. ohne Zweifel die größte, an die INF angeschlossene Föderation, gibt den Hinweis, dass abseits der nationalen Föderation ebenfalls andere Föderationen gegründet werden könnten und man diese nicht vorab von den Aktivitäten der INF ausschließen könne. Falls mehrere nationale Föderationen oder Organisationen sich nicht auf einen einzigen nationalen Delegierten für den INF Kongress verständigen können, müssen sie sich mit Teilstimmen der zugestandenen Landesstimme begnügen.
Fankhauser (Schweiz) ist ganz einverstanden mit dem Vorschlag von Wächtler und bittet den Herrn Präsidenten des Kongresses diesen deutschen Vorschlag den Delegierten zwecks Abstimmung zu unterbreiten.
Lecocq (Frankreich) wiederholt seinen Vorschlag, dass in Fall einer nationalen Uneinigkeit die Rechtkommission der INF die Frage der Vertretung des Landes  untersuchen sollte und es dem nächsten Kongress zwecks endgültiger Entscheidung vorlegen sollte.
Wächtler (Deutschland) betont, dass seine Föderation (DFK), trotz ihrer zahlenmäßigen Stärke, niemals die absolute Gleichheit der Landesstimmen – ob groß oder klein -  in Frage stellen wird. Er widersetzt sich dem aufgeteilten Wahlrecht eines Landes aufgrund der Mitgliederzahl oder FKK Gelände und unterbreitet den hier angegebenen Vorschlag:
„ Falls es in einem Land nicht möglich sein sollte, eine einzige Vertretung aufzustellen, wird die Landesstimme unter der Anzahl der vertretenen Organisationen aufgeteilt“.
Dieser Vorschlag wird nur von den Vertretern von Deutschland und der Schweiz und nach einigen Diskussionen ebenfalls von dem englischen Vertreter angenommen. Diejenigen aus Frankreich, USA, Österreich, Portugal, Niederlande, Kanada und Italien stimmen dagegen.
Wächtler bittet alsdann die Delegierten, selbst eine bessere Lösung zu finden und schlägt vor, die Diskussion zu diesem Thema beim nächsten Kongress wieder aufzunehmen.
Der Herr Präsident Dr. Ehrmann stellt fest, dass es Mittag geworden ist und dass – wohl oder übel - man gezwungen ist, die Gespräche zu den Punkten 7, 8, 9 und 10 am Nachmittag wieder aufzunehmen. Die präsenten Autofahrer sind gebeten, die Delegierten zu einem nahebei gelegenen Landgasthof zu bringen (einige Kilometer entfernt) wo die österreichischen Ausrichter ihnen eine Mahlzeit anbieten, mit oder ohne Fleisch, je nach Wunsch.

Samstagnachmittag, genau um 15:15 Uhr: Damit beginnt die 3. Sitzung des Kongresses. Die Diskussion über Punkt 6 der Tagesordnung ist noch nicht abgeschlossen. Während dem Mittagessen im Landgasthof haben sich die Delegierten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf eine neue Formulierung für den Kongress geeinigt, und zwar:
„Die Stimme eines Landes kann auf verschiedene Organisationen eines Landes zu gleichen Teilen aufgeteilt werden, unter der Vorraussetzung dass sie vorher als Mitglied der INF aufgenommen wurden“.
Dieser letzter Vorschlag wird dann mit einer Mehrheit von 7 Stimmen angenommen (Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Italien, Portugal und Österreich) mit einer Gegenstimme USA) und 2 Enthaltungen (Frankreich und Kanada). Da es sich hier um eine Mehrheit von 2/3 wie in den Statuten vorgesehen handelt, müssen sie in diesem Sinne abgeändert werden. Dieser Kongressbeschluss macht die Vorschläge Kielinger (Schweiz) und Boone (N° 5 + 6 USA) hinfällig. Lecocq (Frankreich) beschwert sicht, dass man nicht mehr vorher über seinen Vorschlag für eine Rechtskommission gesprochen habe. Auf Antrag des Präsidenten will der Kongress diesen Vorschlag nicht mehr behandeln.
Der Herr Präsident Dr. Ehrmann unterbreitet dann einen Vorschlag, der ihm von Dr. W. Fränzel aus Glüsingen (Lüneburger Heide-Deutschland) zugestellt wurde, wo er den Wunsch äußert, dass die INF in allen angeschlossenen Ländern die Einrichtungen der Naturistischen Sportinstitute, welche von den Behörden anerkannt sind, unterstützt.
Er erwähnt sein eigenes Institut in Glüsingen, bekannt unter dem Namen „Jungland“ und im Taunusgebirge gelegen sowie das von Herrn Ilsley Boone in Mays Landing, New Jersey, USA). Wächtler ist mit dieser Idee einverstanden, ist aber der Meinung, dass solche Einrichtungen nicht das Ziel von naturistischen Organisationen sein sollten. Wegen der anfallenden hohen Kosten müsste man das der Privatinitiative überlassen. Man kann deshalb diesem Antrag von Fränzel nicht stattgeben.
Wächtler (Deutschland) schlägt dann der INF vor, sie soll ihre Organisationen bitten, die INF-Lizenzen überall bekannt zu machen. Schnitzinger (Kanada) verlangt, dass der Inhaber dieser Lizenz sich einem moralischen Test unterzieht um zu gewährleisten, dass diese Lizenz eine wahre Empfehlung für den Inhaber wird. Wächtler (Deutschland) hingegen bemerkt einen Widerspruch zwischen einer großen naturistischen Werbung und Propaganda einerseits und andererseits einer fast „sektenhaften“ Behandlung einer einzelnen Person, welche eine internationale INF-Lizenz erwerben möchte. Fritschi (Großbritannien) hat die Erfahrung erlebt, dass Naturisten, welche zuerst Mitglied der nationalen Liga wurden, später auch gute Mitglieder der nationalen Gruppierungen wurden. Laut ihm braucht man sich also weder vor Mitgliederkarten der Großbritannien Vereine oder der INF zu hüten. Boone (USA) unterstreicht ebenfalls, dass die INF Lizenz keine Daseinsberechtigung hat, falls man sie nicht in den der INF angeschlossenen Vereinen anerkennt. Dr. Ehrmann (Österreich) ist ebenfalls dieser  Meinung und verlangt dass die Lizenz von allen angeschlossenen Organisationen anerkannt wird. Lecocq (Frankreich) unterstreicht nochmals, dass der Verein, der die Lizenz ausstellt, seine Unterschrift anbringen muss und somit das gute Benehmen des Inhabers gewährleistet. Letzterer hat beim Besuch eines Geländes seine Lizenz zu hinterlegen und diese wird ihm nur bei gutem Benehmen beim Verlassen des Geländes wieder ausgehändigt. Schlussendlich wird der Vorschlag Wächtler (Anerkennung der INF-Lizenz durch alle angeschlossenen Organisationen) mit 6 Stimmen angenommen (Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich Großbritannien und Italien) bei 3 Gegenstimmen (Kanada, Portugal, Niederlande) und einer Enthaltung (USA).
Dies beschließt die Diskussionen zu Punkt 6 der Tagsordnung. (Anträge)
Angesichts des schönen Sonnenscheins während den Diskussionen haben einige Photographen, von ihren Herausgebern von Zeitschriften und Aktbildern, die Delegierten (M/W) von allen Seiten sehr belästigt. Sie verschwanden erst als wir sie ebenfalls ablichten wollten.
Die fortgeschrittene Stunde zwang dann den Präsidenten, Herr Dr. Ehrmann, die Reihenfolge der noch nicht behandelten Punkte der Tagesordnung abzuändern und der Kongress ist damit einverstanden, dass man sich zuerst (bis 16 Uhr) mit folgendem Punkt beschäftigt:
Punkt 10 der Tagesordnung: „Konferenz über die Erziehung und Schulung des Charakters“. Herr Karlwilli Damm aus Kassel, Deutschland, Präsident und Gründer der Vereinigung der Naturisten – Lehrer, hält seine Rede zu diesem Thema vor einer immer größer werdenden Menschenmenge von Besuchern am Samstagmittag, die gekommen sind, um den Kongress an der Lobau zu beobachten. Seine Rede ist lebendig, überzeugend und humorvoll. Nach Herrn Damm ist jeder Mensch das Produkt seiner Herkunft, seiner Umgebung und seiner Erziehung. Hierdurch wird der Charakter jedes Einzelnen vorab geprägt und die Anstrengungen der Erzieher können diese vorgegebenen Grenzen nicht überschreiten. Die Umgebung und die Lebensbedingungen haben einen großen Einfluss auf das Unterbewusstsein des Einzelnen und somit auf seine Charakterbildung. Weil das soziale zeitgenössische Leben besonders auf der Grundlage der herkömmlichen Lügen und Heuchelei beruht, ist die junge Generation psychischen Spannungen ausgesetzt, welche zu Komplexen führen können, besonders im Bereich des Sexuallebens und dies kann schwerwiegende Folgen haben. Einem Kind, dem die FKK Kultur seit seinen ersten Lebensjahren bekannt ist und das von seinen Eltern in das Mysterium seiner Körperentwicklung eingeweiht wurde und nach und nach versteht, was gemeint ist, bleiben jede sexuellen Nachforschungen erspart und es wird während seines Lebens stets eine klare und aufrichtige Haltung zum Sexualthema haben. Herr Damm bemerkt, dass es solche Schulen schon in Deutschland, Großbritannien und den USA gibt, wo man Kinder auf der Basis des Naturismus erfolgreich erzieht. In den deutschen FKK-Organisationen hat man jugendliche Abteilungen gegründet und die Vereinigung der Naturisten – Lehrer gewährt ihnen ihre Unterstützung, indem sie zutreffende Literatur empfiehlt und den Austausch der Ansichten und Erfahrungen der Lehrer hierzu vereinfacht. Sein eigentliches Ziel wäre eine Reform des Unterrichtswesens, das die guten Erfahrungen mit dem Naturismus einbeziehen würde.
Nach einem lebhaften Applaus erfährt der Kongress seitens des Präsidenten Herr Dr. Ehrmann, dass im Rahmen der INF Herr Rudi Treffehn beauftragt wurde, sich um die Jugend zu bekümmern. Die angeschlossenen Länder sind gebeten, dieser internationalen FKK-Jugendbewegung ihre Unterstützung zu gewähren. Dann teilt Herr Dr. Ehrmann dem Kongress mit, dass der Punkt 8 der Tagesordnung (Maßnahmen gegen die Verwirrungen und Missbrauch der Naturistischen Bewegung wegen Zeitmangels gestrichen werden muss zugunsten von Punkt 9 der Tagesordnung (Ermutigung zu Auslandsreisen) Er bittet die angeschlossenen Organisationen, die Gültigkeit der INF-Lizenz wie beschlossen überall anzuerkennen. Der Punkt 11 der Tagesordnung (Jugendsport, Pressedienst und Überwachung der FKK-Zeitschriften) wurde schon bei der Besprechung der erhaltenen Anträge behandelt. Herr Dr. Ehrmann kommt dann zum Punkt 7 der Tagesordnung (Berichte der Delegierten der vertretenen Länder) Der Präsident bittet die Delegierten um eine Kurzfassung der Berichte.

Nationale Berichte
Belgien: Herr René Kielinger aus Zürich (Kongresssekretär und Mitglied der Schweizer Vertretung)  wurde von Herrn Vreugde,  Präsident der Organisation „De Spar“, beauftragt, einen Brief vorzulesen mit folgendem Inhalt: M.F. Vaerenbergh, Belgischer Delegierte beim vorigen Kongress in Montalivet, musste in letzter Minute absagen und somit war Belgien nicht beim Kongress in Wien vertreten. Trotzdem wird „De Spar“ weiterhin eng mit der INF zusammenarbeiten. Die FKK-Lage in Belgien bleibt weiterhin ungünstig. Die Militärbehörde, welche einen Teil des Geländes von „De Spar“ beschlagnahmt hat, hat die Organisation finanziell entschädigt und somit sind die notwendigen finanziellen Mittel zur Errichtung eines Schwimmbades vorhanden. „De Spar“ warnt vor einem gewissen Herrn Van Gorp aus Profondeville, der anscheinend im Begriff ist der  Entwicklung des Naturismus auf eine sehr unvorsichtige Vorgehensweise Schaden zuzufügen.
Deutschland: Herr Erhard Wächtler aus Hamburg (erster Präsident des Deutschen Bundes für Freiköperkultur e.V.) gibt dann einen kurzen Überblick über die Lage der FKK Bewegung in Deutschland, wo es etwa 120 Gruppierungen mit über 20'000 eingeschriebenen Mitgliedern gibt, die Gesamtzahl der FKK-Anhänger übersteigt die Anzahl von 100'000. Wächtler will keine Stellung zur politischen Lage in Deutschland nehmen, aber eine politische – katholische Bekämpfung hat begonnen, welche dem alten 30-jährigen Krieg mit seinem Fanatismus und totalitären Gebaren ähnelt, aber die Vorgehensart ist noch raffinierter und schlauer als die vom 17. Jahrhundert. Das Gesetz gegen Pornographie, durch die Legislative des Bundestages angenommen, hat alle Verkäufe von FKK-Zeitschriften verboten. Man kann sie nicht ankündigen und auch nicht für sie werben. Im „Gesetz zum Schutz der Jugend“ behalten die Behörden sich vor, die Jugend nicht an Orten zuzulassen, wo sie „moralische Schäden davon tragen können“. Da die Auslegung dieses Artikels den Behörden nach Gutdünken überlassen bleibt, kann dieser Artikel Unannehmlichkeiten für die FKK Gesellschaften nach sich ziehen. Wenn man jedoch etwas Abseits schaut kann man, besonders im Norden, feststellen dass im normalen Leben der Naturismus sehr geschätzt ist und ein wohlwollendes Verständnis seitens der Bevölkerung erfährt; niemand ist schockiert, wenn man darüber spricht. „Aber die Gegner sind sehr aktiv und wir müssen aufpassen bevor es zu spät ist!“
Großbritannien:
Die an den BSBA (British Sun Bathing Association, 1943 gegründet)  angeschlossenen Vereine haben das Stimmrecht im Verhältnis zu ihrer Mitgliederzahl. Die eingeschriebenen Mitglieder zahlen einen Jahresbeitrag von sh. 10.-, egal ob es sich um Ledige, Verheiratete oder Paare mit Kindern handelt. In diesem Beitrag ist die Zustellung der offiziellen Zeitschrift „Verity“ enthalten und andererseits „Dawn“, die jährliche Veröffentlichung zwecks Werbung in der breiten Öffentlichkeit, wo man mit Anzeigen und Konferenzen versucht, den Leuten die Wohltaten des sozialen Naturismus zu vermitteln. Die BSBA gibt ebenfalls Informationen über die Besuchsmöglichkeiten anderer Naturisten - Gelände; sie hilft bei der Gründung neuer Gruppen und Gelände. In Anbetracht der vielen regnerischen und kalten Tagen haben die Englischen Naturisten ebenfalls „Inneneinrichtungen“ in Häusern aufgestellt, wo man sich zum Sport und Spielen usw. trifft. Eine Aktiengesellschaft gewährt den Gesellschaften  Hypotheken- und andere Darlehen zur Ausübung des Naturismus. Da es dagegen kein Gesetz gibt, können Naturisten unter der Voraussetzung, dass sie keine anderen Leute schockieren, auf sehr große Toleranz zählen. 1951 hat BSBA den 1. Naturisten - Weltkongress der Nachkriegszeit ausgerichtet. Herr Theo Fritschi, nationaler Delegierter beim Kongress 1954 in Wien, erwähnt ebenfalls die Gründung einer anderen nationalen Föderation, (Federation of British Sun Clubs“, welche einen Beobachter zum Kongress in Wien entsandt hat. Diese neue Organisation hat sich von BSBA aus administrativen Gründen getrennt und man hofft, dass Großbritannien wieder einen gemeinsamen Delegierten für den Kongress 1955 stellen wird, da beide Föderationen ja dasselbe Ziel verfolgen.
Frankreich: Herr Albert Lecocq, Generalsekretär der Französischen Naturisten Föderation – Paris, gibt bekannt, dass man 1945 8 FKK Vereine hatte wogegen ihre Anzahl im Jahr 1954 sich schon auf 78 beläuft. Unter den Letztgenannten haben 43 Vereine ihr eigenes Gelände, wovon 4 Ferienzentren sind. Es stehen den Naturisten  in Paris ebenfalls 3 geschlossene Schwimmbäder sowie 3 Turnhallen zur Verfügung. Die Gruppe aus „Cannes“ hat sich sogar auf FKK-Bootsfahrten auf dem Meer spezialisiert. Die Französische Naturisten Föderation besteht aus 94 Vereinen, wovon etwas 20 die vegetarische Lebensweise praktizieren, den Naturismus anderer angeschlossenen Gruppen aber billigen. Die „Île du Levant“ im Mittelmeer wird jährlich on etwa 15'000  Naturisten aus der ganzen Welt besucht und der „Centre Hélio-Marin de Montalivet“ mit seinem sehr großen FKK-Strand erwartet etwa 2500 Leute in Jahr 1954. Insgesamt haben die Französischen FKK-Vereine 15'000 aktive Mitglieder, aber die Anzahl, die FKK betreiben, liegt bei etwa 100'000 und die Anzahl der Sympathisanten wird auf über eine Million geschätzt. Ein Syndikat für die Verteidigung der FKK Presse wurde aufgestellt zwecks Bekämpfung von pornographischen Zeitschriften. In Frankreich gibt es (1954) 47 naturistische Zeitschriften, wovon 5 sich der Gymnastik widmen. Die andauernden Verhandlungen mit Sportvereinen, Campings und Jugendherbergen bringen einige Jugendliche zwischen 18 und 30 Jahren zum Naturismus. Das Französische Gesetz erlaubt den Naturismus in abgeschlossenen Orten, eine große Toleranz wurde aber für öffentliche Zentren wie „Île du Levant“ und „Montalivet“ zugestanden. Alle Organisationen haben ihre Statuten laut Gesetz bei der Ortspolizei hinterlegt. Einige FKK-Vereine erhalten sogar Zuschüsse seitens der Behörden. Eines der größten Schwimmbäder in Paris empfängt einmal pro Woche etwa 200 FKK-Schwimmer und Schwimmerinnen. Generell kann man auf den FKK Geländen nur an einem dafür vorgesehenen Platz rauchen, Fleisch und Wein sind nicht verboten, aber sonstige alkoholische Getränke. Allgemein werden auf den FKK-Geländen keine politischen oder katholischen Gespräche abgehalten und „Make-up“ und Schmuck sind bei Frauen nicht gern gesehen. Die meisten Spielarten auf den Geländen sind Volley-Ball und Tischtennis. Eine Finanzgesellschaft wurde mit dem Zweck gegründet, Gelände und Immobilien aufzukaufen um sie an Vereine zu vermieten.
Niederlande: Frau Ise Dissen-Lang, Sekretärin der Organisation „Zon en Leven“ in Den-Haag berichtet dass die Mitgliederzahl mehr als 1000 beträgt.  Es gibt lokale Gruppierungen in Amsterdam, Haarlem, Den Haag und Rotterdam (die 2 letzteren führen Verhandlungen für den Erwerb eines Geländes), in Utrecht (Camp Gravingen), In Noord-Brabant (Camping)  und in den Provinzen von Friesland. Die 3-monatige Zeitschrift ist schon 23-mal regelmäßig erschienen, sie dient zur Werbung bei der Bevölkerung und die internen Mitteilungen zum Kontakt mit den Mitgliedern. Im Winter richtet man in den großen Städten Werbe- und Informationsabende ein. (Amsterdam, Haarlem, Den Haag und Rotterdam) und man trifft sich einmal wöchentlich in der Sauna oder in der Turnhalle. Eine FKK-Jugendgruppe wurde in Amsterdam gegründet und deren Generalsekretariat ist in stetiger Verbindung mit einer ähnlichen Gruppe in Hamburg und mit Herr Treffehn, Vertreter und Experte der INF Jugendgruppe. Allgemein kann man festhalten, dass die Niederländische Bewegung Fortschritte gemacht hat und in freundlicher Zusammenarbeit mit den Organisationen der INF steht.
Italien: Herr René Kielinger (Schweiz) wurde durch eins der Gründungsmitglieder der „A.G.“ (Assoziatione Italiana di Gymnosofia) aus Genua gebeten den Kongressdelegierten mitzuteilen, warum die FKK-Bewegung in Italien keine Fortschritte macht. Die Delegierten waren bestürzt und haben gemeinsam den Italienischen Delegierten (Herr Graf von Calderari) gebeten, dem Italienischen Vorstand eine Sympathiekundgebung seitens des Kongresses zuzustellen. Hier ist ein Auszug der von Herrn Kielinger vorgelesenen Italienischen Mitteilung:
„In Italien sowie in allen zivilisierten Ländern kämpft man gegen die Prostitution, die Zuhälterei sowie gegen Personen, denen die Herausgabe von pornographischen und unmoralischen Büchern, Zeitschriften und Photos nützt und sie verkaufen. Kürzlich ist die Sittenpolizei mit gerechtem Eifer gegen diese Kreise, welche die Sexualität ausnützen, vorgegangen, hat aber leider den Fehltritt begangen dass sie bei ihrem Eingreifen unschuldige und friedliche Naturisten verfolgt hat, die nun gar nichts mit diesen Krisen zu tun haben. In Genua hat man unseren Freund, Herr Delio Della Casa, Gründer der  Assoziatione Italiana di Gymnosofia, während über 2 Wochen verhaftet. Selbstverständlich muss die Polizei das Recht zu Hausdurchsuchungen, Konfrontationen und Untersuchung von Dokumenten haben falls Gesetzesübertretungen vorliegen. Wenn sie aber keinen einzigen Beweis dafür hat, dass eine Person das Gesetz übertreten hat und schuldig ist, hat sie sicherlich nicht das Recht, Personen über 2 Wochen in Gewahrsam zu nehmen. Herr Della Casa wurde seiner Freiheit beraubt, verleumdet und ihm Unrecht auf geschäftliche und moralische Art angetan. Man hat eine große Anzahl von FKK-Zeitschriften und Bilder beschlagnahmt, indem man sie mit pornographischer Literatur verwechselte. Natürlich hat die Polizei noch keine Erfahrung mit dem Naturismus, der in Italien noch ziemlich unbekannt ist. Falls die Polizei aber Unsicherheiten über ihre Aktionen hat, soll sie den Fall sofort dem Untersuchungsrichter übergeben. Dieser hat tatsächlich 14 Tage später der Polizei den Befehl erteilt, Herr Della Casa mit sofortiger Wirkung freizulassen. In dem darauffolgenden Prozess werden die Anwälte eine ausgezeichnete Gelegenheit haben, den gesamten Naturismus zu verteidigen. Der Naturismus wir heftig von den Leuten bekämpft wegen dem ökonomischen, dogmatischen oder sogar politischen Interessen, welche eventuell durch die Anerkennung des Naturismus gefährdet sein könnten. Unter den Büchern, die in der Wohnung von Herrn Della Casa beschlagnahmt wurden, befindet sich eine Broschüre von Fankhauser (ONS-Schweiz) über die „Nacktheit vor den Gerichtsinstanzen“), sie enthält Urteile von ausländischen Gerichten, wonach man zur Erkenntnis gelangt, eine gewisse Toleranz gegenüber dem Recht der Ausübung des Naturismus von Einzelpersonen in geschlossenen und dem Publikum nicht zugängigen Orten auszuüben. Es wäre einfach, diese Broschüre auf Italienisch zu übersetzen, so könnten die Italienischen Behörden feststellen, dass es noch immer Widerstand und Missverständnisse bei der Gründung des Naturismus seitens hartnäckiger Gegner in einem Land gab, die zu konservativ und oft unehrlich sind. (Das ist das Schicksal aller Reformen) Nach und nach müsste es den Behörden klar werden, dass vom Naturismus keine Gefahr ausgeht, ganz im Gegenteil, es ist sinnlos dies zu verbieten, weil man den Fortschritt der Menschheit zu einer gesunderen und harmonischeren Lebensart nicht aufhalten kann. Man müsste den Beschuldigten also freisprechen und rehabilitieren und es wäre wünschenswert, wenn die ausländischen naturistischen Organisationen einen Italienischsprechenden, aus einer Naturistengruppe stammenden Anwalt zwecks Verteidigung unseres Freundes Della Casa nach Genua entsendet könnten. Die Italienischen FKK Mitglieder kennen noch nicht alle juristischen Aspekte dieser Bewegung. Es wäre hervorzuheben, dass selbst die Italienischen Behörden zu der Einsicht kommen sollten den Naturismus zu tolerieren, der das Ziel hat, die physische und mentale Regeneration der Menschheit einzuleiten, den Respekt zum anderen Geschlecht, die Abschaffung der hypokritischen Tabus, welche oft Anlass zu einer unverhältnismäßigen Aufregung und Verirrung im sexuellen Sachen sind. Durch das Praktizieren des Naturismus kommt man eher zum physischen Wohlbefinden und der Lebensfreude. Die Naturisten wollen keinesfalls andere Leute schockieren welche ihre Meinung nicht teilen und deshalb üben sie den Naturismus nur auf privaten, umschlossen und der Polizei bekannten Gelände  aus. Sogar in Italien hofft man, dass es in der Zukunft so geschehen wird und dass man damit aufhören wird, den Naturismus als Laster oder als Anormalität zu bezeichnen. Warum viel Geld für Arzneien ausgeben wenn man durch Ausübung des Naturismus bei guter Gesundheit bleiben kann? Die Unterstützung des Italienischen Naturismus seitens der ausländischen Organisationen wäre sehr wünschenswert und die „Assoziatione Italiana di Gymnosofia“ bedankt sich bei den ausländischen Organisationen, die den Mitgliedern der „A.G“ es erlaubt haben, ihre Gelände gegen Vorzeigen ihrer Mitgliederkarte zu besuchen während man versucht, Gelände im eigenen Land zu gründen damit wir die ausländischen Freunde dann empfangen können. Letzteres wären sicher glücklich, wenn das wunderbare Land Italien mit seiner Sonne und schönem Wetter definitiv zur FKK Bewegung gehören könnte. Das Wichtigste ist jetzt, diesen grundsätzlichen Prozess zu gewinnen. Da der Wiener Kongress eine öffentliche Veranstaltung ist, können die Italienischen Naturisten wegen der Ungewissheit in ihrem Land es sich nicht erlauben, Polizeibesuche Zuhause zu riskieren und darum bittet der Vorstand der „A.G.“ den Kongress, ihre Abwesenheit zu entschuldigen. Sie danken dem Kongress für seine wohlwollende Aufmerksamkeit, die er dem Italienischen Naturismus widmet.
Kanada: Herr Anton Schnitzinger aus Wien, offizieller Vertreter der kanadischen „ Sun Bathing Association, Toronto“ gibt einen Überblick zur Lage in Kanada. Er ist der Kanadischen Organisation sehr zu Dank verpflichtet für die aktive und selbstlose Hilfestellung für die eingewanderten Österreichischen und Deutschen Naturisten. In diesem Land gibt es alte und sehr strenge Gesetze und oft werden Täter drakonisch und ohne Mitleid verurteilt. Im Osten, (Französisch-sprachiger Teil)  ist man der Einführung des Naturismus mehr abgeneigt als im Westen (Englisch-sprachiger Teil) Laut einem Bericht vom Präsidenten der Kanadischen Organisation, der aus Zeitmangel in Montalivet nicht vorgelesen werden konnte, kann man sagen dass es in Kanada 7 FKK-Gruppen mit eigenen Geländen und mit Schwimmmöglichkeit gibt. Das größte Gelände heißt Norhaven und liegt 10 Meilen nördlich von North Bay City (Ontario), ein bewaldetes Gelände inmitten von einem See. Es gibt Segelboot und Kanu Möglichkeiten und sogar die Möglichkeit zum Anlegen von Wasserflugzeugen. Man hat vorgesehen, dieses Gelände als ideales Naturistendorf umzubauen und einige Holzhäuer wurden schon neben den riesigen Camping Stellplätzen errichtet. In Toronto gibt es die ziemlich wichtige Organisation „Sunglades“ mit eigenem Gelände und Schwimmbecken. Bei der Gruppe von Quebec (Quétans) hingegen gab es einen schwerwiegenden Rückschlag, die Polizei betrat das Gelände und hatte dort einige nackte Mitglieder festgenommen und sie wegen Erregung von öffentlichem Ärgernis beschuldigt. Nachdem sie ein Bußgeld bezahlen mussten, legten sie Widerspruch beim Provinzgericht ein und wurden in zweiter Instanz freigesprochen. Trotzen bleibt die Grundsatzfrage, nämlich das gemeinsame Nacktbaden, nicht gelöst. Trotzdem hat „Quétans“ seine Freiluftaktivitäten wieder aufgenommen, war aber vorsichtiger als vorher trotz vieler Neuzugänge. In Vancouver gibt es 2 FKK-Vereine, die „Van Tans“ und die „Border Tans“. Alle diese Gruppen sind der „Sunbathing Association“ angeschlossen. Ihre interne Zeitschrift heißt „Sunny Trails“ und erscheint jedem Monat mit 300 Exemplaren. Alkoholische Getränke sind auf allen Geländen verboten. Trotz des Anschlusses der „Canadian Sunbathing Association“ an die „American Sunbathing Association“ um die Werbung effektiver zu gestalten hat die INF sie als unabhängige Organisation auf internationaler Basis anerkannt. (Es handelt sich hier um einen Kongressbeschluss in Montalivet aufgrund eines Vorschlags des Sekretärs des Wiener Kongresses, der dort den Kanadischer Delegierten vertrat).
Österreich: Der Herr Präsident der INF, hier als offizieller Österreichischer Vertreter, liest den Bericht der „I.G.“ (Interessengemeinschaft des österreichischen Freikörpersports) vor. (Satz überschrieben, teilweise unlesbar) …….Sogar vor den 1. Weltkrieg war die Lobau das bevorzugte Gebiet der Wiener Naturisten. Dem Bund der Lichtfreunde aus München gelang es in Wien eine Zweigniederlassung zu gründen, das war die erste FKK-Gruppe in Österreich. Ihre Existenz war von kurzer Dauer und erst 1927 wurden die ersten, beständigeren FKK-Organisationen gegründet. Parallel zu diesen Bemühungen erlebte der nicht organisierte und versteckte Naturismus einen beachtlichen Aufschwung. Im September 1931 trafen sich 6 Organisationen zur Gründung einer nationalen Föderation mit dem Namen „Bund österreichischer Freikörperkulturvereine“. 3 Organisationen blieben dieser nationalen Föderation außen vor. Während des Kongresses der Europäischen FKK-Bewegung in Paris im Jahr 1931 wurde Österreich von Herrn De Gasperini aus Graz vertreten. Seit 1937 richtet Herr Dr. Ehrmann internationale FKK-Camps auf der Insel Korcula in Dalmatien aus. Der Anschluss von Österreich durch das Hitler-Deutschland und der 2. Weltkrieg bereiteten seinen Bemühungen ein jähes Ende. Ab 1945 fand eine schnelle Wiederaufnahme der FKK-Bewegung statt. Aktuell übersteigt die Anzahl der Naturisten jene aus der Vorkriegszeit gewaltig. In Wien, Graz, Linz, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck  wurden neue FKK-Organisationen gegründet; man errichtete Gelände, man mietete Schwimmbäder, Turnhallen und Saunas. Der Sport wurde systematisch gefördert und bald machten die Basket- und Handball Mannschaften den nicht-Naturisten den Sieg streitig. Den Wienern stehen aktuell 2 oder sogar 3 sportliche und Sauna Abende zur Verfügung. Herr Dr. Ehrmann erwähnt schlussendlich seine internationalen FKK-Skigebiete auf der Loosbichl Alm, welche sehr von den dort teilnehmenden Leuten geschätzt werden. Die neue, obengenannte Föderation „Interessengemeinschaft“ wurde 1949 gegründet und begreift 18 lokale Gruppierungen, sei es in Wien oder in den anderen österreichischen Ländern. 3 Gesellschaften bleiben wie vor dem Krieg unabhängig. Österreich gibt das Beispiel eines Landes ab, wo eine herzliche Atmosphäre besteht, gesund und sportlich, und wo die gute Kameradschaft, die überall überwiegt, die freundliche Zusammenarbeit in allen FKK-Organisationen sehr erleichtert hat. Deshalb, und trotz fast ganzer Abwesenheit von FKK-Zeitschriften ist die österreichische FKK Bewegung eine der stärksten weltweit. Die neue Zeitschrift „Licht und Sonne“ sowie die internen Zeitschriften der Vereine entsprechen den Bedürfnissen für Werbung und müssen nicht an ihrem Umsatz festhalten mit z.B: Veröffentlichung von Aktphotos in attraktiver Darstellung……
Schweiz: Herr Ed. Fankhauser aus Thielle, Präsident der ONS (Organisation Naturiste Suisse) beruft sich auf den Artikel vom Kongresssekretär in Wien, Herr Kielinger, der in der Jubiläumsausgabe der Zeitschrift  „Licht & Sonne“ für die Wiener FKK-Bewegung erschienen ist und für die Kongressteilnehmer bestimmt war. Herr Kielinger gibt einen Überblick über die Entwicklung der Schweizer FKK-Bewegung. Als Vorgänger erwähnt er Jean-Jacques Rousseau, Arnold Rikly und die Ärtzte Rollier und Bircher, und zu den Pionieren der ersten Stunde gehört Herr Dr. Werner Zimmermann, reformistischer Schriftsteller mit Weltruf und den Herausgeber seiner vielen Werke, Herr Ed. Fankhauser. Seine neue Zeitschrift, „die neue zeit“ erscheint seit 1927 in regelmäßigen Abständen und in seiner Broschüre „La Nudité devant les Tribunaux“ (Die Nackheit vor den Gerichten) erzählt Fankhauser, wie er viele Prozesse gegen die Propaganda und Ausübung des Naturismus gewonnen hat. Im Frühjahr 1954 zählte die ONS 4500 Mitglieder. In den Schweizer Naturisten - Zentren ist der Konsum von Alkohol, Tabak und Fleisch nicht erlaubt. Das Hauptgelände der ONS, in Thielle im nördlichen Teil des „Lac de Neuchâtel“ (Neuenburger See)  gelegen, mit seinem einzigartigen FKK-Strand und seinem herrlichen Alpenblick, ist ein richtiges internationales Zentrum menschlicher Kultur, bekannt durch seine Ferienkurse, sportliche Treffen, 2 olympische Turnveranstaltungen und den 2. naturistischen Weltkongress, der im August 1952 dort stattfand. Die 15 lokalen Gruppierungen des ONS verfügen über 11 Gelände, wovon einige, gelinde gesagt, noch sehr klein sind. Die Errichtung neuer FKK Gelände ist gemäß einem Urteil vom Lausanner Bundesgericht überall in der Schweiz geduldet. Die Werbung zu Gunsten der FKK Bewegung ist momentan nicht schwer, aber die Einfuhr von „FKK“ Zeitschriften“ aus den Ausland wurde sehr beschränkt. Die Schweiz verfügt noch nicht über FKK Badestrände wie auf Sylt, der Lobau oder der „Île du Levant“, welche für das Volk zugänglich sind, aber ohne Zweifel muss man früher oder später Zugeständnisse an die Vielzahl der FKK Touristen machen, die unser Land besuchen.
Spanien: Auf schriftlichen Antrag, erhalten vom spanischen Vertreter beim vorigen Kongress in Montalivet, liest der Sitzungssekretär, Herr René Kielinger, folgende Erklärung der spanischen Naturisten vor:
„Der Naturismus in Spanien ist momentan sehr beschränkt und befasst sich nur dem Vegetarismus. Es gibt nur 2 lokale Gruppen: „La Peña Vegetariana” in Madrid und “l’Association Vegetariana” in Barcelona mit jeweils 500 und 200 Mitgliedern. Die Statuten der Gruppe aus Madrid sind beim Ministerium hinterlegt und die Gruppe aus Barcelona wartet auf eine provisorische Genehmigung seitens der Behörden. In Barcelona gibt es ein Sportgelände (in den Bergen) wogegen die Gruppe aus Madrid noch kein Gelände besitzt. Es gibt viele Sympathisanten im ganzen Land. Der spanische Naturismus setzt den Vegetarismus an die erste Stelle, weil Naturismus verboten ist und somit nicht in Frage kommt. Das Wichtigste für die spanischen Naturisten ist ein Leben im Einklang mit Naturgesetzen, insbesondere die vegetarische Ernährung sowie die Enthaltsamkeit von Tabak und Alkohol. Dieser Standpunkt wird ebenfalls von den FKK - Organisationen in Südamerika geteilt und dort übt man den Naturismus nicht aus ohne ihn mit dem Vegetarismus zu verbinden. Deshalb ziehen es die spanischen Naturisten vor, außerhalb der INF zu verbleiben, sympathisieren aber mit ihr und wünschen ihr viel Erfolg. Aufgrund der großen Hindernisse zur Ausübung des Naturismus in Spanien – erwähnen wir nur die Vertreibung des FKK Pioniers, Herr Professor Capo?????? haben wir Verständnis für die Haltung der spanischen Freunde; deshalb hat der Kongress Beifall gezollt für ihr Lebenszeichen.
Weil die USA, Portugal, Brasilien, Kolumbien und Hongkong darauf verzichtet haben, dem Kongress einen nationalen Bericht zu unterbreiten, ist dieses Kapitel abgeschlossen. Herr Dr. Ehrmann kommt dann zum:
Punkt 12 der Tagesordnung: Feststellung von Ort und Datum für den 5. Naturisten Weltkongress:
Herr Ehrhard Wächtler, Präsident des großen deutschen Verbandes „Deutscher Bund für Freikörperkultur“ bittet die Delegierten um Zustimmung dass der nächste Naturisten Weltkongress in Westdeutschland abgehalten werden soll. Was den Ort anbelangt, so hätte er eine Vorliebe für Berlin um den freien Zutritt der Mitglieder aus osteuropäischen Ländern in der Russischen Zone zu gewährleisten. Der Vertreter vom „Neusonnland Bund“ Herr Wilke, bestätigt dass man ohne Risiko nach Berlin reisen kann. Die Festlegung des Ortes für den nächsten Kongress sollte jedoch offen bleiben, da man 1954 nicht weiß, wie 1955 die Lage in Berlin sein wird. Der Kongress nimmt diese freundliche Einladung an und überlässt es Herrn Wächtler und dem DFK, den Ort für den nächsten Kongress zu bestimmen. Was das Datum anbelangt, so äußert ein Delegierter den Wunsch, dass der Kongress schon Mitte Juli einberufen werden soll. Fankhauser (Schweiz) widerspricht dem, weil er sein Gelände (Thielle) zu diesem Zeitpunkt wegen der vielen Feriengäste nicht verlassen kann. Herr Brown (USA) erklärt ebenfalls, dass er die USA zu diesem Zeitpunkt nicht verlassen kann, da man sich zuerst mit den regionalen und nationalen Konventionen befassen muss, die im Juli und bis zum 10. August ausgerichtet werden. Wächtler (Deutschland) ist damit einverstanden, dass der Termin für den Kongress 1955 um den 15. August festgelegt wird, wenn nicht in Berlin, dann voraussichtlich in Hamburg.
Alle sind damit einverstanden und man kommt jetzt - wegen des ungeduldigen Publikums - zum Punkt 13 der Tagesordnung: Konferenz von Herrn Lecocq, nationaler Vertreter von Frankreich, über „Unser Beitrag zur Verständigung der Völker“. Diese Konferenz, die nachher von Herrn Dr. Ehrmann übersetzt wird, enthält in Kurzfassung folgende Ideen: Die soziale Tragweite des Naturismus ist einer der am wenigsten untersuchten Aspekte.  Es gibt keinen Zweifel,  dass in naher Zukunft ein immer größerer Einfluss über die Sitten und  Ideen der Naturisten, deren Anzahl stetig wächst, genommen wird. Zehntausende von Kindern werden nach unseren Prinzipien und mit einem gesunderen Aspekt des Lebens erzogen. Die FKK-Kultur und die Absage an toxische Gebräuche geben der Menschheit mehr Zufriedenheit und eine bessere Beherrschung ihrer Sinne. Das erklärt, warum die Naturisten friedfertige Leute sind (Anm. der Redaktion: Die Meisten wenigstens) Die Natur besser verstehend, durch deren Schönheiten angezogen, versuchen sie dem Menschen seinen wahren Wert wieder zu geben und ihn abseits von Klassen, Nationalitäten, Rassen oder Hautfarbe zu erziehen. Für sie können alle Grenzen nur fiktiv sein. Oder scheint die Sonne nicht für Jedermann? Hat nicht jeder Mensch das Recht zu leben? Egal in welchem Land, überall begegnet man Naturisten gleicher Gesinnung, Verständnis, Toleranz und mit Respekt vor der Persönlichkeit. Nackte Körper im Sonnenschein, die natürlichen Freuden herzlich mit einander genießen, das ist eine Tatsache die einen Klassenkampf ausschließt.  Das einzige Hindernis sind noch die verschiedenen Sprachen, aber das könnte in naher Zukunft auch gelöst werden. Aber braucht man wirklich Worte um sich zu verstehen und einander zu lieben? Wenn alle Menschen Naturisten wären, gäbe es keine Kriege mehr weil es dazu keinen Anlass mehr geben würde. Die Sklaverei seitens der Menschen würde verschwinden. Die geographischen, ökonomischen und ideologischen Grenzen wären hinfällig. Die materiellen Güter wären gerechter verteilt und Hungersnöte gäbe es nicht mehr. Und das Alles nur mit der Denkens- und Gestaltungsart einer naturistischen Lebensweise. Der Naturismus hat schon in einem sehr kleinen Maßstab zur Annäherung der Völker beigetragen. Wir müssen also den Austausch der Völker favorisieren, sei es durch Literatur, Korrespondenz, Reisen, durch internationale Ferienzentren, Unterbringung unserer Kinder als „au Pair“ in Familien in verschiedenen Ländern usw.
Jeder Naturist muss versuchen seine Umgebung zu überzeugen, dass alle Menschen vor der Sonne gleich sind und dass man seinen Nächsten respektieren und schätzen sollte. Auf sozialem Plan müssen die Naturisten die Zivilisation begradigen im Sinne des Respekts vor den Gesetzen der Natur und alles von ihm fernhalten, was ihm schaden könnte. Die Natur ist unsere größte Inspiration, aber wir müssen sie menschlich erhalten, damit der Mensch vor sich selbst und gegenüber seinen Kollegen geschützt wird, damit das Leben einen Sinn erhält und das Glück für alle zugänglich wird im Sinne einer weltweiten Bruderschaft.
Die Zuhörer zollen Herr Lecocq einen herzlichen Applaus und ohne Zeitverlust kommt H. Dr. Ehrmann zum:
Punkt 13 der Tagesordnung; Wahlen.
Das EK der INF, bestehend aus H. Dr. Ehrmann, Präsident, H. Paul Neumann, Generalsekretär und H. Ludwig Hruschka, Kassenwart, treten von ihren Ämtern zurück. H. Hruschka schlägt vor, das neue EK wie folgt zu besetzen: Präsident: Fankhauser (Schweiz), Generalsekretär: Neumann (Österreich), Kassenwart: Wächtler (Deutschland).
Fankhauser (Schweiz) bedankt sich für diese Ehre zu seiner Nominierung, gibt aber zu bedenken, dass die in Montalivet für ein Jahr erstellten Statuten stillschweigend um ein weiteres Jahr verlängert wurden und dass der Vorstand, das EK einbegriffen, deshalb erst nach 3 Jahren erneuert werden muss. Fankhauser bedauert deshalb, eine solche Nominierung nicht annehmen zu können und außerdem weiß jeder, dass er mit Arbeit überlastet ist (er kommt nicht mal dazu, seine Zeitschrift, „Die neue Zeit“ fristgerecht herauszugeben) Fankhauser bittet deshalb H. Dr. Ehrmann, sein Amt als Präsident für mindestens ein zweites Jahr wieder aufzunehmen. Hruschka (Österreich) verdeutlicht, dass der Präsident der INF nicht gleichzeitig nationaler Vertreter seines Landes sein kann. Wächtler (Deutschland) sagt dass die INF die alten Statuten wohl bis zum nächsten Kongress beibehalten kann. Er schlägt vor, die Ämter des Präsidenten und des Generalsekretärs endgültig an die Schweiz zu übergeben, an das Land, das laut ihm „das Zentrum des Frieden in der Welt“ ist. Er bittet H. Fankhauser seine Entscheidung nochmals zu überdenken, aber umsonst. H. Wächtler ist damit einverstanden dass, falls das Sekretariat in Österreich verbleiben sollte, H. Neumann durch eine 2. Person unterstützt werden sollte. H. Neumann bestätigt, dass er bereit sei, sich noch ein 2. Jahr um das Sekretariat der INF zu bekümmern unter der Voraussetzung, dass man ihm die Möglichkeiten gibt, eine bezahlte Bürokraft einzustellen. Er kennt eine Naturistin, die  bereit wäre, diese Arbeiten für ein Gehalt von monatlich 600 Schilling auszuführen. Wächtler (Deutschland) schlägt vor, den statutarischen Beitrag von £ 3.0.0 auf £ 6.0.0 pro Land zu erhöhen. Lecocq ist mit dieser Erhöhung einverstanden, schlägt aber vor, dass man ebenfalls den Verkaufspreis von internationalen Lizenzen erhöhen sollte, damit die höheren Kosten durch höhere Einnahmen ausgeglichen werden. Neumann (Österreich) ist der Meinung, dass jede nationale Föderation mit weniger als 30 lokalen Gruppen einen Jahresbeitrag von £ 3.0.0 und für jede weitere Zehnergruppe zusätzlich £1.0.0 bezahlen sollte. Kielinger (Schweiz) bemerkt, dass Länder mit höheren Beiträgen eine bessere Vertretung bei Kongressen verlangen könnten, z.B: Eine höhere Stimmzahl. Das wäre logisch und er warnt gegen die Vorgabe, die seinerzeit von der Europäischen FKK-Union angenommen wurde. Sie wurde 1932 gezwungen, aufgrund der Mitgliederzahlen der nationalen Föderationen, Deutschland 5 Stimmen zu geben gegenüber den 7 Stimmen, die alle anderen Länder zusammen hatten. Kielinger bittet die Vertreter im Interesse des (Überlebens) Hegemonie kleiner Länder der INF jegliche Tendenz zur einer erhöhten Stimmanzahl (Z.B: Größere Anzahl angeschlossener Vereine) zu vermeiden. Wächtler (Deutschland) erklärt dass Deutschland bereits darauf verzichtet, zusätzliche Stimmanteile in Verhältnis zu ihren Beitrag zu fordern. H. Dr. Ehrmann schlägt vor, die Beiträge der nationalen Föderationen für die ersten 30 Gruppen pro Land / Jahr auf £6.0.0. zu erhöhen und für jede zusätzliche Zehnergruppe £2.0.0 zusätzlich zu entrichten. Dieser Vorschlag wird mit 6 Stimmen dafür, 1 Gegenstimme (Kanada) und 2 Enthaltungen (Österreich und USA) angenommen. Aufgrund dieser Beitragserhöhung, die eine Einstellung einer Hilfskraft ermöglicht,  erklärt sich Herr Paul Neumann (Österreich) bereit, seine Arbeit als Generalsekretär der INF fortzusetzen und der Präsident der INF, Herr Dr. Richard Ehrmann zieht seinen Rücktritt zurück. Die anwesenden Vize-Präsidenten (HH: Lecocq, Wächtler und Fankhauser) erklären, ihr Mandat ebenfalls für ein weiteres Jahr ausführen zu wollen. Frau I. Dissen, Beraterin (ohne Stimmrecht im ZK) behält auch ihren Posten bei. Herr Dr. Ehrmann gibt bekannt, dass die abwesenden  Mitglieder des ZK (HH. Dr. F. Emerson und A. Knapp, beigeordnete Räte (USA) sowie Frau D. Thornton. 4. Vize-Präsidentin (Großbritannien) ebenfalls per Schreiben mitgeteilt haben, bis zum nächsten Kongress in ihren Ämtern verbleiben zu wollen. Die stimmberechtigten Vertreter stimmen dieser Wiederwahl der Mitglieder des ZK zu. Das ZK verbleibt also so wie im vorigen Jahr mit Ausnahme des Kassenwarts, H. L. Hruschka, dessen Rücktritt unwiderruflich ist. Die 6 stimmberechtigten Mitglieder des ZK (Präsident, 4 Vize-Präsidenten und Generalsekretär) werden in den nächsten Monaten einen Kassenwart ernennen. So sind alle Schwierigkeiten jetzt überwunden und Alle sind zufrieden - so scheint es wenigstens. Die Abenddämmerung ist schon hereingebrochen und die Vertreter und andere Kongressteilnehmer bereiten sich für die Abfahrt vor. Man verteilt noch einige Drucksachen, Sortimente und Chinesische Laternen (Freundschaftsgeschenk von der „ Hongkong Sunbathing Association“) an die Vertreter und an ihre Damen. Herr Ilsley Boone (USA) wollte noch eine Resolution über die Daseinsberechtigung des weltweiten Naturismus vom Kongress angenommen haben, aber die späte Stunde erlaubt keine Wiederaufnahme der Debatten mehr.  Der Herr Präsident Dr. Ehrmann fragt, ob noch jemand zum:
Punkt 14 der Tagesordnung Stellung nehmen will.
Fankhauser (Schweiz) nimm die Gelegenheit wahr, im Namen aller Vertreter und Kongressteilnehmer den Österreichischen Ausrichtern für ihre tadellose Gastfreundschaft herzlich zu danken und für all das, was sie den Vertretern angeboten haben. Er ist sehr zufrieden mit dem großen Fortschritt, der durch die Österreichische FKK Bewegung erreicht wurde. Herr Dr. Ehrmann bedankt sich seinerseits bei den Vertretern für ihre Mitarbeit, die einen guten Erfolg des Kongresses gewährleistet haben sowie für das Vertrauen, das sie ihm durch seine Wiederwahl bestätigt haben. Er gibt bekannt, dass er aufgrund des Vorschlags von Herr Dr. Brachtel dem Bürgermeister von Wien ein Telegramm zustellen wird, in dem er sich im Namen aller Kongressteilnehmer sowie ihren respektiven Organisationen für den Empfang im Rathaus sowie für die Unterstützung des Kongresses bedankt. Herr Dr. Ehrmann wird ebenfalls einen offiziellen Bericht für die FKK Presse sowie für andere Zeitschriften verfassen. (Am Tag darauf konnte man tatsächlich mehr oder weniger korrekte Berichte über den Weltkongress in der Tagespresse lesen, wovon einige ziemlich tendenziös waren)
So konnte Herr Dr. Ehrmann einige Minuten nach 19 Uhr, trotz des reichlichen Programms, den Kongress abschließen. Herr Ilsley Boone gibt noch 2 Stunden später bekannt, dass der Kongress - so wie er war - im Amerikanischen Fernsehen erscheinen werde.
Die eingefleischtesten Vertreter und Kongressteilnehmer (und sie waren zahlreich) verblieben an der Lobau, wo man ein Freudenfeuer, musikalische und sonstige Unterhaltung anbot. Man verbrachte die Nacht dort in Zelten, die von den Wiener Freunden gestellt wurden.
Am Sonntag, 29. August 1954 wurde eine große Sportveranstaltung der Wiener FKK-Vereine zu Ehren der Vertreter und Kongressteilnehmer aufgeführt, ausgerichtet von der Sparte des Sports der Wiener Naturisten Föderation „I.G.“. Alle Arten von Spiele: Wettläufe, Handball, Volley Ball, Vorführung von Judo (japanisches Jiu-Jitsou) gewährten einen Einblick über die sportlichen Leistungen der Wiener FKK-Vereine. Außerdem gaben humorvolle Parodien, hawaianische Tänze der Jugend, Schwimmen in den warmen Seitenarmen der Lobau den Eindruck, dass die Wiener, trotz der schwierigen Vergangenheit, ihre Lebensfreude wenigstens in der FKK-Bewegung zurückgewinnen konnten. Zum Abschluss die Resultate der sportlichen Wettkämpfe an der Lobau:
Männer: 1. Platz: Verein „Oase“, 2. Platz: Verein „Elefanten“, 3. Platz: Verein VffKK I.
Damen:  1. Platz: Verein für die Praktizierung des Naturismus.
Handball (Jugend): 1. Platz: Liga für fortschrittliche Lebensgestaltung.
Wettkampf der sportlichen Jugend:
a) 50 m Mädchen (5-8 Jahre) 1. Platz: Fritzi Weihs (VffKK)
b) 50 m Knaben (5-8 Jahre)    1. Platz Karl Schediwy (VffKK)
c) 4x50 m Mädchen (8-14 Jahre) 1.Platz: Verein für fortschrittliche Lebensgestaltung.
d) 4x50 m Jungen (8-14 Jahre) 1. Platz: Liga für fortschrittliche Lebensgestaltung.
Handball (Damen): Liga für fortschrittliche Lebensgestaltung.
Handball (Herren): Sonnenfreunde.
Alle Vertreter und sonstige Kongressteilnehmer waren begeistert und trennten sich nur schweren Herzens von ihren Wiener Freunden. Der Wiener Weltnaturistenkongress wird allen Kongressteilnehmern für immer in Erinnerung bleiben.

Auf Wiedersehen, wir hoffen in Deutschland 1955!

Zürich, den 6.11.54      Der Kongresssekretär
        (Gez: René E. Kielinger)

@ René Kilelinger, Zürich