Von inneren Freiheiten.....

 

Von inneren Freiheiten und äußeren Freuden
Philosophin Rebekka Reinhard beschäftigt sich mit
der  Schönheit und führt zu einer Gelassenheit mit
der Freikörperkultur
Von Christoph Müller


Kommt Ihnen eine solche innere Haltung als Naturistin oder Naturist nicht bekannt vor ? „Schön zu leben hieß: seinem Leben eine Form geben; Lust und Frust an einer Ethik des rechten Maßes orientieren; den Zwist zwischen Intellekt und Emotion …“ (148) – mit diesen Worten erinnert die Philosophin Rebekka Reinhard an den antiken Philosophen Diogenes. Es sind aber nicht nur diese Worte. Es ist spannend, wohin Rebekka Reinhard führt. Sie will zum Begriff der inneren Freiheit führen und letztendlich auch zur Terminologie der Lebenskunst.
Irgendwie hat die Freude an der Freikörperkultur mit einer Grundhaltung zu tun, die Reinhard in dem Buch „Schön !“ beschreiben will. „Bejahen können wir unsere Existenz nur, wenn es uns gelingt, uns von Affekten, die uns einengen und lahmlegen, weitgehend zu befreien“, schreibt sie (150). So kann das Buch „Schön !“ als Ermunterung gelesen werden, sich dem Naturismus hinzugeben, ihn geradezu zu genießen.
Über den Schönheitsbegriff schaut Rebekka Reinhard als Philosophin und Zeitbetrachterin auf die Gegenwart. Es wäre falsch zu behaupten, der Schönheitsbegriff sei ihr zuwider. Sie will eher der Gegenwart etwas Deutliches entgegensetzen, sie will überzeugen durch eine andere Art des Lebens. Wer sich das Buch „Schön !“ zu Herzen nimmt, dem wird dies sicher gelingen.
Das Schöne an der Lektüre ist, dass sie nicht gedankenschwer daherkommt. Vielmehr kommt die populäre Formulierung dem Leser entgegen, lässt den Leser zum Alltagsphilosophen werden. Immer wieder begegnet man während des Lesens der Versuchung, den inhaltlichen Grundlegungen Rebekka Reinhards die eigenen Ideen hinzuzufügen, die sich aus der Begeisterung für die Freikörperkultur speisen.
So blickt Rebekka Reinhard auch auf Montaignes Lebensrezepte. Der neuzeitliche Philosoph hat begriffe geprägt wie Sinnlichkeit, Geselligkeit und Freundschaft sowie Humor. „Montaigne weiß auch: je verkopfter der Mensch, desto schläfriger seine Sinne. Deshalb setzt er körperliche Freuden mit Vorliebe als Heilmittel gegen gedankliche Verbissenheit ein.“ (171) Wer einer solchen Gedankenfreude folgt, für den muss die Freikörperkultur eine Befreiung sein, ein bewusstes Abstandnehmen vom Alltag.
Rebekka Reinhard würde sich möglicherweise missverstanden fühlen, wenn man sie als Naturistin oder Naturist zu vereinnahmen beabsichtigte. Doch wird sie sicher eine Freude empfinden, dass ihr Buch „Schön !“ von dem ein oder anderen Leser nicht nur als Gegenwartskritik gelesen wird, sondern als Anstoß, die eigene Lebenskultur gelingender zu formen. Nehmen Sie das Buch „Schön !“ mit an den FKK-Strand an der französischen Atlantikküste, der kroatischen Adria-Küste oder an den gemütlichen Ostsee-Strand. Es wird die Freude an der Freikörperkultur steigern, wenn sie es weiterdenken.
Rebekka Reinhard: Schön ! Schön sein, schön scheinen, schön leben – eine philosophische Gebrauchsanweisung, Ludwig Verlag, München 2013, ISBN 978-3-453-28049-6, 235 Seiten, 19.99 Euro.

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