Ich der Killer

Krimi mit Seltenheitswert
Stefan Lehner schreibt einen Thriller mit
naturistischen Einblicken
Seltenheitswert hat der Kriminalroman
„Ich, der Killer“, den Stefan Lehner geschrieben hat.

Denn ein Naturist steht im Mittelpunkt dieser
kurzweiligen Geschichte. Als der Protagonist Andreas
Steinmann einen Spaziergang im Adamskostüm durch den
Wald seiner Heimatstadt macht, begegnet er einem
professionellen Mörder.  Diesem Berufskiller muss er
helfen, ein Mordopfer in dem Wald zu vergraben. Es
kommt noch schlimmer. Andreas Steinmann wird daselbst
zu einem Profi-Mörder.


So gibt es zwei Kernthemen, die der Autor und
hauptberufliche Polizist Stefan Lehner in seinem Roman
„Ich, der Killer“ erzählt. Einerseits berichtet er aus
der Ich-Perspektive des Andreas Steinmann, wie sich ein
unbescholtener Kommunalbeamter zu einem Serienkiller
entwickelt. Lehner beschreibt, dass aus einem Amateur
ein professioneller Mörder wird, der seinen Job erledigt,
um einen einträglichen Nebenerwerb zu haben.
Andererseits taucht immer wieder der Naturismus in dem
Roman „Ich, der Killer“ auf.
Es ist nicht nur so, dass Andreas Steinmann als
Nacktwanderer bzw. Nacktspaziergänger die Menschen in
seinem persönlichen Umfeld irritiert. Auch die Tatsache,
dass er in seiner Wohnung stets unbekleidet unterwegs ist,
scheint in seiner Nachbarschaft zu Irritationen zu führen.
Mit einer gehörigen Portion Humor schildert der Roman
„Ich, der Killer“ eine Situation, als Andreas Steinmann
seiner Nachbarin die Wohnungstür öffnet und ihm nicht
auffällt, dass er der älteren Dame nackt entgegentritt.
Mit einem breiten Grinsen liest man diese Szene, sinniert
auch darüber, ob Stefan Lehner seine eigene
Lebensgeschichte Revue passieren lässt. Dieser Gedanke
drängt sich immer auch dann auf, wenn er Einblick in Szenen
gewährt, wo er sich nackt an einen gemütlichen Ort in
seiner Wohnung hockt und zur Entspannung einen Kaffee trinkt.
Dies kehrt auch wieder, als er seine Heimat verlassen hat,
um auf einer spanischen Insel ein nacktes Leben zu führen.
Die Geschichte in dem Kriminalroman „Ich, der Killer“
erscheint ungewöhnlich, da von Anfang an die Täterschaft
geklärt erscheint und die Ich-Perspektive gewählt ist.
Auch wenn dem Roman anzumerken ist, dass Stefan Lehner noch
am Anfang einer Autoren-Laufbahn im Krimi-Genre ist, so macht
es Spaß, seinen Spuren zu folgen. Gerade für den eigenen
FKK-Urlaub ist Stefan Lehners Roman „Ich, der Killer“ eine
willkommene Lektüre, die Spannung verspricht. Darüberhinaus
ist man dankbar dafür, dass das eigene naturistische Denken,
Fühlen und Handeln sich in einem Roman wiederfindet.
„Aus der Tatsache, dass der Protagonist des Romans dem
Naturismus nahesteht und andererseits zum Auftragsmörder wird,
ist keinesfalls der Rückschluss auf einen wie auch immer
gearteten Zusammenhang zu ziehen. Vielmehr ist dies ein Zufall.
Naturisten sind naturliebe, respektvolle Menschen und
vermutlich gibt es keinen, der ein Auftragsmörder ist.
Die Lebensweise von Andreas ist dennoch in diesem Buch nicht
unerwähnt geblieben, weil sie Teil seines Lebens ist“, schreibt
Stefan Lehner in einem wenig spektakulären Ton in seinem Nachwort.
Dass der Naturismus in dieser Weise alltäglich erscheinen mag,
ist den Freundinnen und Freunden der Freikörperkultur zu wünschen.
Genauso ist auf weitere Kriminalromane zu hoffen, in denen FKK als
Normalität wahrgenommen wird. Stefan Lehner hat einen Anfang gemacht.
CM