Naked Hiking

Leichtigkeit der unbeschränkten Bewegung
Naturist Richard Foley bringt Buch über Nacktwandern heraus
Gelesen von Christoph Müller
Kennen Sie jemanden in Ihrer Umgebung, der Ihnen über das Nacktwandern erzählt hat ? Oder können Sie sich anders einen Eindruck von diesem ungewöhnlichen Hobby machen ? Der Naturist Richard Foley bietet mit seinem Buch „Naked hiking“ nun in einem erzählerischen Ton vom Nacktwandern.


Nicht nur Richard Foley ist es, der von seinen Erfahrungen mit dem Nacktwandern berichtet. Er hat eine Schar mehr oder weniger namhafter Naturistinnen und Naturisten um sich versammelt, die die Faszination des Nacktwanderns spürbar machen. Richard Foley ist kein Unbekannter. Mit seinen Büchern „Active Nudists“ und „The World Naked Bike Ride“ hat er sich unter Naturistinnen und Naturisten schon einen Namen gemacht.
Mit dem Buch „Nakes Hiking“ rückt er das Nacktwandern ins Rampenlicht, das im deutschsprachigen Raum sicher noch ein Exotendasein erlebt. Nicole Wunram, die Autorin des deutschsprachigen Buchs „Nacktwandern“, erzählt in Foleys Buch beispielsweise von ihrer ersten Nacktwanderung. Sie schildert, wie aus einer vorsichtigen Skepsis eine Begeisterung für das hüllenlose Spazieren geworden ist. Die erste Nacktwanderung habe neu entdeckte Gefühle für ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden entdeckt. Nackt zu sein fördere den natürlichen gegenseitigen Respekt.
Nicole Wunrams Schilderungen sind im Beitrag „My first naked hike“ viel konkreter noch zu finden. Eindrücklich sind gleichfalls die Schilderungen von Dirk Süllentrop. „A naked-naked strip-trip“ steht über seinem Beitrag. Von Wanderungen in der Nähe des Steinhuder Meers plaudert er in seinem Aufsatz. Er bekennt, dass das nackte Wandern ihm eine Freiheit gibt, die in Bewegungsfreude mündet. Er wolle die Leichtigkeit der unbeschränkten Bewegung genießen, wünsche die warme Oberfläche des Waldbodens zu berühren und sich darin zu entspannen.
Es ist kein Nachteil (für den deutschsprachigen Leser), dass Richard Foleys Buch „Naked Hiking“ in englischer Sprache geschrieben ist. Die Freude am Nacktwandern wird in den Texten spürbar. Das Wohlgefühl des Erlebens der Natur, von dem die Autorinnen und Autoren parlieren, macht neugierig, es selber zu probieren.
Ansprechend sind die Fotos des Buchs „Naked Hiking“ in jedem Fall. Ob es in einem Wald eines deutschen Mittelgebirges, auf den Höhen eines Hochgebirges in Österreich oder an der französischen Atlantikküste ist, die Umgebung scheint Menschen zum Nacktwandern zu motivieren. Es sind Bilder mit Natürlichkeit, die die Einheit von Landschaft und Mensch in jedem Fall andeuten.
Wer die naturistische Gegenwart aufspüren will, der muss Richard Foleys Buch „Naked hiking“ auf jeden Fall lesen.
Richard Foley: Naked Hiking; Publisher: Naktiv; ISBN 978-0957243224, 172 Seiten, $28.35
 


„Ich genieße die Freiheit“
Nacktwanderin Nicole Wunram blickt auf das neu erschienenes Buch „Naked Hiking“
Mit dem Buch „Naked Hiking“ ist in diesen Tagen der Naturist Richard Foley auf der Literaturbühne aufgetreten. Es ist ein Buch, das sehr persönlich Zeugnis gibt von den Erfahrungen mit dem Nacktwandern. Auch hat sich die deutsche Nacktwanderin Nicole Wunram (NW) eingereiht und in „Naked Hiking“ von sich erzählt. Im Gespräch mit Christoph Müller (CM) berichtet sie davon, weshalb ihr die Internationalität des Nacktwanderns so wichtig erscheint.
CM: Liebe Nicole, Du bist Mitautorin in Richard Foleys Buch „Naked Hiking“. Was ist für Dich der Reiz gewesen, Dich daran zu beteiligen ?
NW: Die Faszination, mich an diesen Projekten zu beteiligen, ist der Wunsch, meine Freude am Nacktwandern mitzuteilen. Von Jahr zu Jahr finde ich mehr Spaß am Spazieren im Eva-und Adam-Kostüm. Ich möchte einfach meine Begeisterung mitteilen. Das Buch „Naked Hiking“ ist für mich ein lebendiges Beispiel, dass ich nicht alleine bin.
CM: Was bedeutet es für Dich, dass die Autorinnen und Autoren des Buchs „Naked Hiking“ aus vielen Nationen kommen und international unterwegs sind ?
NW: In Deutschland hat das Nacktwandern weiterhin den Charakter eines Exotendaseins. Dies macht es zu einem besonderen Ereignis, das Aufsehen erregt. Wenn in „Naked Hiking“ wahrgenommen wird, dass Nacktwandern sich über nationale Grenzen einen Beliebtheitsgrad entwickelt hat, so nimmt es dem Nacktwandern in Deutschland etwas den sonderbaren Charakter.
Gleichzeitig eröffnet die internationale Perspektive weitere Wanderrouten. Wenn ich weiß, dass in Frankreich bestimmte Nacktwanderer auf ausgesuchten Strecken unterwegs sind, so kann ich als Interessierte den Schulterschluss probieren und mich von weiteren Wanderstrecken ansprechen lassen.
CM: Würdest Du es begrüßen, wenn nicht nur in Deutschland ausgewiesene Naturistenstiege entstehen (Beispiele Wippra, Undeloh und Trebbin), sondern auch international Naturistenwege initiiert werden ?
NW: Es wäre ein Traum, wenn es in Zukunft auch internationale Wanderwege gibt. Dies macht das Nacktwandern alltäglicher. Es ist vielleicht eine sehr deutsche Art, Naturistenstiege zu erschließen. Es gibt sicher Nationen, die es sich einfacher machen. Wir müssen einfach weiterhin in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv sein, um die Akzeptanz des Nacktwanderns zu erhöhen. Das Buch „Naked Hiking“ ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn ich mein Buch „Nacktwandern“ um die Wege in Undeloh und Trebbin erweitern kann, wird ein nächster Schritt getan sein.
CM: Was ist denn das Schöne am Nacktwandern für Dich, was Dein Gegenüber unbedingt mitbekommen soll ?

NW: Ich genieße die Freiheit, nackt durch die Natur zu laufen. Den Wind, die Hitze, die Nässe unverfälscht auf der Haut zu spüren ist ein sinnliches, ein einfach tolles Erlebnis. Dies ist eine Botschaft, die ich auch in der Lektüre des Buchs „Naked Hiking“ vermitteln möchte.