Vereinsrecht und Ehrenamt

Bernd Jacquemoth: Vereinsrecht und Ehrenamt 
Das Handbuch für alle Ehrenamtler, , ISBN 978-3-86336-621-6, 190 Seiten, 12.90 Euro.
Auf dieses Handbuch haben die Menschen in den verschiedenen Verbänden und Vereinen gewartet. Denn das Buch „Vereinsrecht und Ehrenamt“ stellt die Aufgaben und die Verantwortung, die mit einem Ehrenamt verbunden ist, kompakt und gut verständlich zusammen. „Ohne Ehrenamt und ohne Vereine sähe unser gesellschaftliches Zusammenleben deutlich anders, wahrscheinlich ärmer aus. Dabei ist es egal, ob man in der Freiwilligen Feuerwehr, der Nachbarschaftshilfe, im Gartzenbau-oder Trachtenverein tätig ist“, heißt es im Vorwort.


Dass dies so ist, wird niemand bestreiten. Das Buch „Vereinsrecht und Ehrenamt“ gibt jetzt alltagsnahe Unterstützung. Der Leser hat die Möglichkeit, das Vereinsverständnis des Bürgerlichen Gesetzbuchs nachzuvollziehen. Er hat die Gelegenheit, die Haftungsbegriffe des BGB zu verstehen. Dies mag der ein oder andere in der Weise zu verstehen, dass es zu vernachlässigen sei. Doch lehrt Bernd Jacquemoth mit dem Buch etwas anderes.
Einen breiten Raum nehmen Versicherungsangelegenheiten ein. Die Erfahrungen in den Sportvereinen oder kirchlichen Verbänden zeigen, dass diese Fragen eine große Bedeutung haben. „Zentral ist die Frage, wie der Verein, die Mitglieder und die ehrenamtlich Tätigen selbst gegen Schäden abgesichert sind. Dies reicht von den Kosten der Heilbehandlung eines gebrochenen Fingers über die Frage der Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle bzw. des Verdienstausfalls weiter zur Absicherung einer eingetretenen Minderung der Absicherung von Hinterbliebenen.“ (87)
Die Tragweite ehrenamtlichen Engagements wird über diese Beschreibungen deutlich. Es reicht nicht, nur mit Aktionismus sein soziales Umfeld gestalten zu wollen. Es erscheint unerläßlich, auch hinter die Fassaden des ehrenamtlichen Engagements zu schauen. Wenn sich das Handbuch Gedanken über das Urheberrecht macht, wird dies gleichzeitig offenbar. Konkret: „Zu einer berechtigten Nutzung gehört immer zweierlei: Man muss den Urheber nennen und man benötigt die Erlaubnis des Berechtigten, das Material in der beabsichtigten Weise zu benutzen.“ (107) Auf die Nutzung von Fotos geht das Handbuch „Vereinsrecht und Ehrenamt“ in besonderer Weise ein. Eine Besonderheit bestehe bei der Nutzung von Fotos, auf denen Personen zu erkennen seien. Im Grundsatz gelte, „dass jegliche über eine private Nutzung hinausgehende Verwendung eines Fotos auf dem mindestens eine Person abgebildet ist, der Einwilligung der abgebildeten Personen bedarf. „Grundsätzlich ist die Veröffentlichung oder Zurschaustellung von Fotos mit Personen nur mit deren Einwilligung zulässig.“ (111)
Sensibilität ist gefragt. Dies gilt auch für steuerliche Fragen oder auch den Datenschutz. Der Verdienst des Handbuchs „Vereinsrecht und Ehrenamt“ ist, den Sinn für die heiklen Fragen zu schärfen. Mit diesem Buch kann die ehrenamtliche Arbeit gelingen.
Christoph Müller

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